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Der Gewinn der Stadtwerke sinkt

Jahresbilanz 2014 Der Gewinn der Stadtwerke sinkt

Aufgrund hoher Investitionen sind die Gewinne der Stadtwerke Eckernförde in 2014 geringer als im Vorjahr ausgefallen. Der Jahresüberschuss der Tochter der Stadt sank von 558000 auf 111000 Euro. Die Ratsversammlung beschloss kürzlich einstimmig, dass der Überschuss im Unternehmen verbleiben soll.

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Die Unterschuss-Deckung durch die Stadtwerke ermöglicht bezahlbare Eintrittspreise für das Eckernförder Wellenbad. Die Schwimmhalle bleibt trotz ihres guten Besuchs weiterhin ein Defizitbetrieb.

Quelle: Christoph Rohde (Archivbild)

Ekernförde. Vor dem Hintergrund der Aufgaben für die Stadt, die die Stadtwerke wahrnehmen, appelliert die Politik an eine Unterstützung des örtlichen Versorgers.

Nach Angaben von Bürgermeister Jörg Sibbel haben die Stadtwerke in 2014 ihre Wärmesparte durch die Inbetriebnahme neuer Blockheizkraftwerke in der Riesebyer Straße, an der Hafenspitze und im Bornbrook erweitert. Zudem wurde das Anlagencontracting weiter vorangetrieben. Neben dem Ausbau des Wärmenetzes investierten die Stadtwerke in den neuen Wohnmobilplatz am Kakabellenweg (860000 Euro) und in die Modernisierung der Straßenbeleuchtung (328000 Euro). Die Umsatzerlöse bei Strom sanken um 16,1 Prozent aufgrund des Verlustes eines Großkunden. Bei der Gasabgabe reduzierten sich die Umsatzerlöse um 16,3 Prozent. Hier waren unter anderem die milden Temperaturen in 2014 ausschlaggebend. Sie schlugen sich auch in der Wärmesparte nieder, die nur durch die Zunahme von Contracting-Verträgen nicht mehr als um 5,8 Prozent einbrach. Der CDU-Finanzexperte Ralph Krüger erinnert daran, dass die Stadtwerke in den vergangenen Jahren viele Aufgaben übernommen haben, die andernfalls die Stadt selbst hätte wahrnehmen müssen. Neben Straßenbeleuchtung und Wohnmobilplatz zählt er auch die Sauna am Schwimmbad sowie den bevorstehenden Bau des Parkdecks Noorstraße auf. Darüber hinaus belasten das Wellenbad selbst (minus 1,7 Millionen Euro) sowie der Hafenbetrieb (minus 103000 Euro) das Ergebnis der Stadtwerke. Die weiter positiven Bereiche Strom, Gas, Wasser und Wärme schaffen es laut Krüger nicht mehr, die defizitären Bereiche zu kompensieren. Aufsichtsrat und Politik müssten in den nächsten Monaten „einiges an Engagement“ aufbringen, um „gewisse Sachverhalte“ zu optimieren und bei den Gewinnen wieder zu alten Ergebnissen zu kommen, die die Verluste der Eckernförder Touristik & Marketing GmbH (2014: 535000 Euro) ausgleichen könnten.

Martin Klimach-Dreger (SPD) betont, dass der Weg der Stadtwerke als Dienstleister schwieriger wird. Es sei zu prüfen, was künftig in die Bilanzen einzurechnen sei und was nicht. Gleichzeitig fordert er dazu auf, bei den Stadtwerken die Gesamtrechnung zu sehen: Große Unternehmen würden beispielsweise ein Schwimmbad mit seinen Defiziten nicht unterstützen. „Wir würden in der Stadt einiges verlieren.“ Krüger sieht das ähnlich: „Die Stadtwerke können nicht die günstigsten Strom- und Gasversorger sein in Konkurrenz zu den großen, globalen Anbietern“, sagt er. Aber sie seien die bürgernähesten und ließen ihre Gewinne wieder nach Eckernförde zurückfließen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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