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Fachmann für 111 Orte

Jochen Reiss Fachmann für 111 Orte

Nordfriesland punktet bei Touristen meist nur mit seinen Inseln und dem Wattenmeer. Jochen Reiss (60), welterfahrener Journalist mit Wahlheimat Klein Wittensee, hat genauer hingeschaut: „So geheimnisvoll und betörend wie Nordfriesland sind nur wenige Regionen der Welt“, findet er - und hat ein Buch geschrieben.

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Jochen Reiss in seinem Garten am Wittensee mit seinem Buch über Nordfriesland – ein Entdeckungsführer. Er ist im Emons-Verlag erschienen, der schon eine umfangreiche Serie solcher 111-Orte-Bände herausgegeben hat.

Quelle: Birgit Johann

Klein Wittensee.  Dieser Satz steht im Vorwort seines Buches aus dem Emons-Verlag, das kürzlich veröffentlicht wurde: 111 Orte in Nordfriesland, die man gesehen haben muss. Der gut 230-seitige Band ist einer aus der umfangreichen 111-Orte- Serie, die der Emons-Verlag jeweils über Regionen oder Städte innerhalb Deutschlands und anderer europäischer Länder herausgegeben hat. Entdeckungsführer nennen sich die gut 230-seitigen handlichen Bände. Man findet in ihnen jeweils auf den linken Buchseiten pointierte Steckbriefe der historisch, kulturell oder landschaftlich interessanten Orte, und auf den rechten jeweils ein dazugehöriges Foto.

 Die Bilder zu seinen Texten hat Reiss selbst aufgenommen. Er zeigt uns die bunten Badebuden und den Lorenbahnhof in Dagebüll, schwärmt von der Aussicht des Stollberg-Fernsehturms in Bordelum, sieht sich in der Ockholmer Gaststätte Dat swarte Peerd um, in der Emil Nolde seine Zeche mit seinen Werken zahlte, und ist entzückt von den Nonnengänsen im Katinger Watt, den Störchen in Bergenhusen sowie dem Strandflieder auf Hallig Langeness. Denn natürlich stehen auch bei Reiss die Inseln und Halligen auf dem Programm: Auf Amrum hat er den Aale-Max interviewt und Panchos Burg aus Strandgut auf dem Kniepsand inspiziert, auf Hallig Südfall das Haus einer Schimmelreiterin aufgesucht, die auch gleichzeitig Vogelwartin ist, und hat sich auf Hooge von Schuhsammler Werner Boyens faszinieren lassen, der seit mehr als 20 Jahren angeschwemmte Fußbekleidung bei sich ausstellt.

 Über ein halbes Jahr recherchierte Reiss und tauchte immer mehr in das Reich der Nordfriesen ein, die die von Sturmfluten gezeichnete Region etwa seit dem siebten Jahrhundert besiedeln. Da das nordfriesische Gebiet größer ist als der heutige Kreis, gehören auch ein paar Abstecher nach Dänemark dazu, etwa nach Rømø und Rudbøl.

 Sein Beruf hat ihn allerdings schon zu ungleich weiteren Reisen veranlasst – durch die ganze Welt. Mit Gaddafi spielte er mal Fußball in der Wüste, Schimon Peres interviewte er auf einer Hotelbettkante.

 30 Jahre lang lebte Reiss in Bayern, ist vor acht Jahren seiner in Kiel arbeitenden Frau zuliebe in den Norden gezogen und wohnt seit einem Jahr am Wittensee. Im Rheinland aufgewachsen, hat er in Göttingen Sozialwissenschaften studiert, bevor er sich mit Haut und Haar dem Journalismus verschrieb. Er war unter anderem stellvertretender Chefredakteur der Abendzeitung München, hat in Tschechien Zeitungen zusammengelegt und 2013 das Buch Menschen machen Medien veröffentlicht. Als Medientrainer bringt er inzwischen Redakteuren in ganz Deutschland alle Stilarten des Journalismus nahe.

 Im November werden von ihm 111 Orte in Kiel, die man gesehen haben muss erscheinen, und nächstes Jahr widmet er sich für diese Reihe dem bayrischen Fünfseenland.

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