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Mit Räubern auf Tuchfühlung

Jugendfilmcamp in Eekholt Mit Räubern auf Tuchfühlung

Mit der Kamera in die Tierwelt eintauchen – kritisch, mit Wissen und Witz: 16 Schüler aus der Region Kiel und Eckernförde sind auf den Spuren der Filmemacher. Das Naturfilmfestival Green Screen und der Wildpark Eekholt in Großenaspe machen das einwöchige Camp möglich.

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Lasse aus Kiel fängt das Verhalten der Waschbärenmädchen im Gehege mit der Kamera ein. „Das ist eine echte Herausforderung bei deren Tempo“, weiß das Filmteam nach wenigen Minuten.

Quelle: Cornelia Müller

Großenaspe. Dienstag 6 Uhr. Lasse Deba, Robin Dorn aus Kiel, Leon-Constantin Tams aus Neuwittenbek und Hannes Profitlich aus Schinkel gehen auf die Pirsch. Freiwillig so früh. Aber aus den erhofften Aufnahmen vom Sonnenaufgang, der erwachendes Tierleben in rosa Licht taucht, wird nichts. Regenwolken hängen fast in den Bäumen. „Das beste Licht ist um die Zeit trotzdem“, wissen sie.

 Um 11 Uhr hat Petrus für zwei Stunden ein Einsehen. Die Vier sind mit Tierpflegerin Kelly Pfaff im Waschbärengehege verabredet. „Eingeschleppte Tierarten“ heißt der Arbeitstitel ihres Streifens, den die angehenden Neuntklässler bis Freitag im Kasten haben müssen. Der nordamerikanische Waschbär gehört dazu. „Er steht auf der aktuellen EU-Liste der Arten, die bei uns das ökologische Gleichgewicht stören“, erläutert Leon-Constantin. Hannes und Robin haben gerade das entsprechende Intro für den Kurzfilm geschrieben. Ute Kröger von der Wildparkschule hat sie unterstützt. „Wir stellen vier Arten vor, die nicht hier zu Hause sind. Sikawild und Rotwild haben der Fauna nicht geschadet. Aber die Spanische Wegschnecke und der Waschbär sind invasiv. Warum, das zeigen wir auf.“

 Ein hoher Anspruch für ein Erstlingswerk von Schülern, die dafür Ferientage opfern. Den 16 Nachwuchsfilmern steht Dieter Hoese zur Seite. 30 Jahre war der Münchner der Kameramann von Heinz Sielmann. Und zwei Medienpädagogen begleiten die Gruppe: Daniel Wehrend, der als Kameraassistent Erfahrung mit Spielfilm und TV hat, sowie Bernadett Skala, Medienwissenschaftlerin und zeitweise Aufnahmeleiterin beim Offenen Kanal. „Es geht nicht nur ums Drehen“, erläutert Hoese. „Wir nutzen den Film, um ein ökologisches Naturverständnis zu erreichen. Das ist Basis, um Naturfilme zu machen.“ Skala und Wehrend ergänzen: „Die Schüler lernen dabei die Arbeitsteilung zwischen Redaktion, Kamera, Schnitt und die klare Definition ihrer Aufgaben für den Tag.“

 Im Waschbärengehege, aus dem die possierlichen, aber aggressiven Räuber nicht ausbrechen können, wird es jetzt eng. Hannes versucht, mit dem Mikro Tierlaute einzufangen. Zuerst kniet Lasse mit der Kamera auf dem Boden für die Nahaufnahmen. Robin macht die Totale. „Schwierig“, stellt auch Redakteur Leon-Consantin fest. Die Waschbären Marie und Mimi sind rasend schnell, obwohl Kelly sie ab und zu mit Futter austricksen kann: ans Wasser zum Waschen der Nüsse, dann ins Geäst, wieder nach unten. „Umsicht bitte, diese Wildtiere haben scharfe Krallen“, ermahnt Hoese.

 Alles dauert länger als geplant. Der Dreh beim Damwild verschiebt sich auf den Nachmittag, an dem es wieder regnet, davor die aktuellen Aufnahmen sichten, morgen Interview mit einen Naturschutzexperten in Plön. Stress? „Nein“, kommt spontan die Antwort. „Alles macht einfach Spaß. Am meisten sind wir selbst auf unseren Film gespannt.“

 Das Jugendfilcamp ist eine Kooperation des Wildparks Eekholt mit dem Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen in Eckernförde. Die zwei Wochen mit je 16 Jugendlichen (zwölf bis 17 Jahre) liegen in den Sommerferien. Themen wählen die Schüler selbst. Das Projekt der laufenden Woche trägt sich durch Teilnehmerbeiträge (250 Euro p.P.), die Allianz-Agentur Eckernförde, die Allianz- sowie die Coop-Umweltstiftung. Am Sonnabend, 17. September, werden sechs der 16 Filme bei Green Screen gezeigt. Es gibt es zwei Preise zu gewinnen: den Eekholt-Filmpreis und den Jugendfilmpreis Wildes Schleswig-Holstein. Um letzteren bewerben sich auch andere Nachwuchsfilmer.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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