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Kino statt Skaterpark?

Jugendliche diskutieren Kino statt Skaterpark?

Soll der Skaterpark einem Kino-Projekt weichen? Die Politik in Eckernförde ist gespalten. Der Jugendrat der Begegnungsstätte „Das Haus“ hatte zu einer Podiumsdiskussion mit Parteien-Vertretern eingeladen. Streetwork-Praktikant Nils Borrusch stellte eine Umfrage unter 327 jungen Leuten vor.

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Mehr als ein Skaterpark: Das Areal am Schulweg ist auch Treffpunkt und Rückzugsmöglichkeit für Jugendliche. Auf der Rundbahn trainieren außerdem die Speedskater des EMTV.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Bietet ein alternativer Standort adäquaten Ersatz? Die Politik in Eckernförde ist gespalten. Doch was sagen die Jugendlichen? Der Jugendrat der Begegnungsstätte „Das Haus“ hatte Freitagabend zu einer Podiumsdiskussion mit Parteien-Vertretern eingeladen. Und Streetwork-Praktikant Nils Borrusch stellte eine Umfrage unter 327 jungen Leuten im Alter von zwölf bis 24 Jahren vor.

 Soll der Skaterpark bleiben? – das beantworteten zwei Drittel der befragten Jugendlichen mit einem Ja. Gleichzeitig konnten sich aber auch 57 Prozent vorstellen, dass der Platz verlegt würde. Wenn, dann sollte er aber möglichst in gleicher Größe wieder aufgebaut werden. Nicht einbezogen in die Umfrage waren Vereine wie das Skaterteam des EMTV, die die Bahn auf dem Platz am Schulweg nutzen. Fitness- und Speedskater drehen hier regelmäßig ihre Runden. Mit 140 Mitgliedern sind die Inliner inzwischen die größte Sparte ihrer Art in Schleswig-Holstein. „Wir brauchen eine Bahn, an welchem Standort auch immer“, hieß es von ihrer Seite.

 Vertreter von CDU, Bürger-Forum, SSW und FDP sprachen sich für eine Bebauung des Skaterparks im Rahmen einer Ansiedlung von Kino mit Einzelhandel aus. Vor dem Abbau der alten müsse die neue Skateranlage fertig sein, betonte Katharina Heldt (CDU). Auch für den Vereinssport müsse es eine Lösung geben. Da die Verhandlung mit der Bahn über den Kino-Standort Bahnhof festgefahren waren und im Projekt Nooröffnung der Schwerpunkt auf Wohnen gesetzt werden soll, entstand nach Worten von Matthias Huber (Bürger-Forum) die Idee, Kino und Einzelhandel auf dem Skaterplatz zu entwickeln. Für die Skater wiederum könnte ein neues Angebot auf dem gegenüber liegenden Kleingartengelände geschaffen werden. „Das wäre eine Chance für eine richtig gute Anlage“, so Huber.

 Die Zuspitzung von Oliver Fink (FDP), „wenn wir den Skaterpark nicht bebauen, entscheiden wir uns gegen das Kino“, traf auf heftigen Widerspruch bei SPD und Grünen. Martin Klimach-Dreger (SPD) sah in dem Schulweg-Park eine wichtige multifunktionale Fläche für alle Generationen, die erhalten werden müsse. Joschka Knuth (Grüne) warnte davor, mit „Hochglanzangeboten“ Jugendliche dazu zu bewegen, den Platz am „Haus“ aufzugeben. Er sei ein innerstädtischer Rückzugsort von „hoher Qualität“, der neben Skaten auch für Veranstaltungen, Feiern und als Treffpunkt genutzt werde. Gleiches ließe sich auf der anderen Straßenseite nicht realisieren. Skater Michael Brunn (19) befürchtete dann durch die Nähe zu den geplanten Wohnungen der Nooröffnung bereits „Stress mit den Bewohnern“. Skaten sei nun einmal laut.

 SPD und Grüne plädierten für einen anderen Kino-Standort. Knuth: „Wir sollten uns trauen, die Stadtenwicklung selbst in die Hand zu nehmen, und nicht Investoren hinterherlaufen“. Inline-Spartenleiter Jan Buhs warb dafür, die Interessen von Jugendlichen ernst zu nehmen. Eckernförde dürfe nicht vergreisen. Deutlich wurde in der Diskussion, dass viele Elemente und Hindernisse des Skaterparks inzwischen veraltet sind.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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