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So war die Nacht mit Jimi Hendrix in Kiel

Wer wird Millionär? So war die Nacht mit Jimi Hendrix in Kiel

Jahrzehnte lang wussten nur die engsten Freunde von Julia Normandeau davon, Montagabend erzählte die 65-Jährige einem Millionenpublikum von ihrer Nacht mit Jimi Hendrix. In der RTL-Show „Wer wird Millionär?“ packte sie über ihr besonderes Treffen mit dem Künstler im Star-Palast in Kiel aus.

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Julia Normandeau berichtete bei Günther Jauch über ihre Nacht mit Jimi Hendrix in Kiel.

Quelle: RTL/Frank Hempel

Eckernförde/Berlin. Die Fragen im TV-Quiz wurden beinahe zur Nebensache, viel spannender war die Geschichte, die die Kandidatin bei Günther Jauch offenbarte. Geheimgehalten habe sie die Geschichte nicht, sagt Julia Normandeau gestern am Telefon. Sie sei nur nie richtig gefragt worden, scherzt die Sekretärin. „Damals, als ich Jimi kennenlernte, war ich 17 und machte eine Lehre zur Fotografin“, erinnert sie sich. 1967 war sie von Lübeck nach Eckernförde umgezogen, lebte bei ihrem Onkel und ihrer Tante, die das Atelier „Foto Rehders“ betrieben. „Als ich hörte, dass Jimi Hendrix nach Kiel kommt, wollte ich unbedingt hin, um ihn zu fotografieren“, berichtet Julia Normandeau und gesteht: „Ja, ich war ein großer Fan.“

Jimmi Hendrix in Kiel

Quelle: hfr

Dass ihr nach dem ersten von zwei Auftritten im Star-Palast in Gaarden, die Kamera gestohlen wurde, das ärgert sie bis heute. Dass sie aber durch die bitteren Tränen, die sie vergoss, von einem Kollegen hinter die Bühne gebracht wurde und den „Gitarrengott“ besser als die meisten anderen kennenlernen durfte, ganz sicher nicht. „Er wollte mich nach dem Konzert im Hotel treffen, das gegenüber vom Star-Palast, auf der anderen Straßenseite lag. Und aufgeregt und naiv, wie ich war, ging ich natürlich hin“, berichtet Normandeau. Auf den Treppenstufen habe sie gesessen, als Hendrix’ Drummer Mitch Mitchell auf sie zugekommen sei und gesagt habe, Jimi warte schon auf sie. „Ich war wie im siebten Himmel“, gesteht die heute 65-Jährige. Nervös folgte sie bis ins Zimmer des Musikers. „Die rollten plötzlich einen Riesen-Joint, den mir Jimi in die Hand drückte. Da ich von Drogen keine Ahnung gehabt hatte, wusste ich nicht, dass man den weitergeben muss und hab ihn allein aufgeraucht.“ Schlimmeres sei nicht passiert: „Ich bin irgendwann umgekippt und am nächsten Morgen aufgewacht, als Jimi ins Zimmer kam.“

Gemeinsam mit der Band reiste sie von Kiel weiter nach Hamburg. „Wir waren drei Tage lang im Hotel Pacific.“ Danach trennten sich ihre Wege zunächst. „Wir haben uns noch einmal getroffen – im Juli 1968. Ich lebte als Hippie-Mädchen in London und besuchte das Woburn Abbey Festival, wo Jimi neben anderen auf der Bühne stand.“ Danach habe man sich aus den Augen verloren. Die damals junge Frau zog in die USA, verliebte sich in einen Surfer, ihren späteren Mann. Von Hendrix plötzlichem Tod erfuhr sie 1970 – wie alle anderen – aus den Medien.

Mit den 32 000 Euro, die sie Montagabend bei RTL gewonnen hat, will sie nicht zu Hendrix’ Grab in Seattle, sondern zu ihrer Tochter nach Hawaii reisen. Aber seine Platten, „die höre ich noch heute.“

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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