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Junge Dame gibt Rätsel auf

Fiebig-Gemälde in Eckernförde Junge Dame gibt Rätsel auf

Dorothee Bieske fühlte sich frühzeitig beschenkt: „Für mich ist heute schon Weihnachten“, freute sich die Leiterin des Eckernförder Museums jetzt über ein außergewöhnliches Präsent der Fielmann-Stiftung. Sie hat ein großformatiges Porträt des Eckernförder Malers Carl Rudolph Fiebig erworben, das Michael Schmiedel, Chef der örtlichen Fielmann-Niederlassung, dem Museum als Schenkung überreichte.

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Ein großformatiges Gemälde von Carl Rudolph Fiebig konnte Michael Schmiedel, Leiter der Fielmann-Niederlassung in Eckernförde, jetzt an Museumsleiterin Dorothee Bieske überreichen.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Fiebig, 1812 in Eckernförde geboren und am Ochsenkopf aufgewachsen, fand schon früh den Weg zur Malerei. In den späten 1820er Jahren begann er eine Ausbildung bei seinem Stief-Schwager Hans Friedrich Baasch, der ihm ein gutes handwerkliches Rüstzeug mit auf den Weg gab. 1832 machte sich Fiebig dann auf zum Studium der Malerei an der Kunstakademie in Kopenhagen. Vier Jahre später entstand das Gemälde, das jetzt dem Museum Eckernförde zur Verfügung gestellt wurde. Es zeigt eine unbekannte junge Dame, die an einem Nähtisch steht. „Ein wahres Prunkstück der Biedermeier-Malerei“, lobt Jürgen Ostwald, verantwortlicher Kunsthistoriker der Fielmann-Stiftung, der den Ankauf des Gemäldes aus einer Auktion in die Wege leitete.

 Nachdem kleine Schäden auf der Leinwand und am Originalrahmen in der Werkstatt des Kieler Restaurators Jochen Rosehr beseitigt wurden, wurde es nun dem Museum übergeben. „Es befindet sich in einem sehr guten Zustand“, sagt Rosehr. Er geht davon aus, dass es lange Zeit an einem prädestinierten Ort gehangen hat, denn der Grad der Verschmutzung war äußerst gering. Der Name des Vorbesitzers ist bislang nicht bekannt. Dorothee Bieske hofft allerdings, ihn in Erfahrung bringen zu können. Denn auch sie möchte gern mehr über die porträtierte junge Frau auf dem Gemälde wissen. Auf der Rückseite des Bildes konnte sie bislang nur die Zahl 18 und vermutlich den Namen Josephine entziffern.

 Nach dem Studium im Kopenhagen kehrte Fiebig für einige Zeit nach Eckernförde zurück, wo er als Porträtmaler großen Erfolg hatte und einige namhafte Persönlichkeiten wie den Weinhändler Dammann, die Pastorengattin Elisabeth Bruhn oder das Gutsbesitzerpaar Schmidt aus Windeby verewigte. 1841 kehrte Fiebig nach Kopenhagen zurück. Trotz großer Konkurrenz erhielt er in der dänischen Hauptstadt zahlreiche Aufträge. Dort starb er schließlich auch im Februar 1874.

 Nunmehr befinden sich rund zehn Gemälde von Fiebig im Besitz des Museums. Dorothee Bieske hält es für denkbar, in absehbarer Zeit eine Ausstellung mit Arbeiten von ihm sowie Künstlern wie Friedrich Thöming und Hans Friedrich Baasch sowie Johann Friedrich Theodor Baasch zu zeigen, die ebenfalls aus Eckernförde kamen und in Kopenhagen studiert haben.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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