21 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Bewusstsein für fairen Handel schärfen

Jungmannschule Bewusstsein für fairen Handel schärfen

Die Eckernförder Jungmannschule ist jetzt Fair-Trade-Schule, die sechste in Schleswig-Holstein und – die nördlichste. „Wir sind ganz oben“, sagte Ratsfrau Katharina Heldt (CDU) in Vertretung des Bürgermeisters doppeldeutig.

Voriger Artikel
Ein Besuch in der Sandkiste
Nächster Artikel
Kunst an der Strander Promenade

Albert Röhr vom Verein TransFair übergibt die Urkunde an die Schüler der Fair-Trade-AG.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Überreicht wurde die Urkunde von Albert Röhr vom Verein TransFair. „Jetzt seid Ihr nicht nur eine Initiative, sondern seid auch in die Verantwortung gegangen“, so Röhr in Richtung der Schüler. Fair Trade habe einen wichtigen und ernsten Hintergrund, gerade in Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik. 60 Millionen Menschen seien auf der Flucht, 40 Millionen von ihnen innerhalb ihrer Heimat. Der fairen Handel spiele in der Bewältigung der Probleme eine wichtige Rolle. „Der Verbraucher kann mit seinem Einkaufswagen ganz einfach über das Wohl der Produzenten entscheiden“, sagte er. Der 20 Jahre lange Weg zur Selbsthilfe habe bereits gewirkt: Inzwischen gebe es allein 850 Weltläden bundesweit, und mit Fair-Trade-Produkten sei im Jahr 2015 eine Milliarde Euro Umsatz in Deutschland gemacht.

Ganz so viel setzen die Schüler in der Jungmannschule mit ihrer AG und dem fahrbaren Fair-Trade-Kiosk, der an jedem Schultag in der großen Pause geöffnet wird, nicht. Kleine Snacks wie getrocknete Früchte; Nuss-Produkte und Schokolade wird dort verkauft, vor allem Letzteres ist besonders begehrt.

Inhalte des fairen Handels werden im Rahmen des Geographie- und des naturwissenschaftlichen Unterrichts in den Klassen sieben, acht und zwölf thematisiert. Das Projekt hat sich an der Jungmannschule 2012 mit einer Arbeitsgruppe etabliert die die Idee des fairen Handels im Schulalltag verankern wollte. Unterstützung haben die Schüler durch Koordinatorin Elisabeth Bonsen, dem Schulsozialarbeiter Daniel Frank und Klaus Kaiser als Vertreter der Kirchengemeinde St. Nicolai und deren Grünen Haus. Die Kirchengemeinde hatte damals durch eine Kollekte erst die Anschaffung des Kiosks möglich gemacht.

„Die Auszeichnung ist für uns Ehre und Verpflichtung zugleich“, betonte Schulleiter Sebastian Klingenberg. Die Initiative schärfe den Blick für die Probleme der Welt und eine gerechtere Verteilung der Ressourcen. „Da gerät die Welt aus den Fugen, und wir gehen unserem Alltag nach.“ Und er fragt, was sei da eigentlich die Wirklichkeit? „Ihr als Jugendliche habt einen besseres Bewusstsein für die Schieflage der Welt, da sollten die Erwachsen gerne hinhören“, so Klingenberg weiter. Die Initiative solle nun integraler Bestandteil des Schullebens sein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3