23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Bissig wie eh und jeh

Kabarett in Eckernförde Bissig wie eh und jeh

Sie sind bissig. Sie sind böse. Sie sind kritisch, satirisch und sehr unterhaltsam. Die Blindgänger feierten am Donnerstagabend Premiere ihres neuen Programms Scheißegal. 35 Jahre ist die Truppe alt. Von Erschöpfung oder Müdigkeit ist allerdings nichts zu spüren. Das Publikum war begeistert.

Voriger Artikel
Mehr Anfragen, mehr Buchungen
Nächster Artikel
Schwerer Fang mit Quote

An Leber und Milz vorbei in Richtung Darm: Mit zertifiziertem Qualitätsmanagement lässt sich besser operieren, beweisen Per-Ove Thießen und Freya Geruschkat.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde.  Die Sperrung der Rader-Hochbrücke, Veganer, TV-Quoten, Smartphone-Abhängigkeit, Inklusion oder Qualitätsmanagement in Krankenhäusern – die Themen, die Blindgänger-Kopf und Gründungsmitglied Roland Geruschkat beobachtet, aufgezeichnet und szenisch verarbeitet hat, sind vielfältig. Am besten sind die sieben Akteure auf der kleinen, mit nur wenigen Utensilien ausgestatteten Bühne jedoch, wenn es um lokale Themen geht. „Wir glauben an die Nooröffnung und daran, dass alles gut wird“, beten Per-Ove Thießen und Roland Geruschkat beispielsweise n der Aula der Pestalozzischule für die Lokalpolitiker, die „Stellvertreter Gottes im Rathaus“.

 Dort, so erfahren die Besucher, befindet sich auch das SBI, Sibbels Bureau of Investigation. Dessen Mitarbeiter ermitteln verdeckt und versteckt in Mülltonnen gegen die RAF, die Rentner Armee Fraktion, die „schlimmer als Pegida“ ist und dafür sorgt, dass immer mehr Wohnungen für alte Menschen entstehen, die Kieler Straße zur Rollator-Rennbahn wird und im Bereich der Nooröffnung seniorengerechte Seebestattungen direkt vom Balkon aus möglich werden. So verwandele sich Eckernförde in eine „kinderbefreite Traumstadt.“

 Bei Verbraucherinformationen an der Supermarktkasse unter dem Motto Das ganze Leben ist Beschiss wird laut gelacht. Beim Thema Wölfe in Schleswig-Holstein erstickt das Lachen hingegen im Hals. „Wer im Land einen Wolf erschießt, hat verloren. Das ist schlimmer als drei Asylanten zu erlegen“, warnt Conny Noll den Märchenerzähler Marcus Noll, der die Geschichte von Rotkäppchen und dem vermeintlich bösen Wolf zu erzählen wagt. Wölfe, so erfahren die Besucher gleich darauf, seien „kostbare Einzelstücke und wichtiger als ein ganzes Pflegeheim voller Großmütter.“

 Die Blindgänger, die neben den bereits Genannten auch aus Freya Geruschkat, Silke Jürgensen und Gerd Rasch bestehen, werden am Ende frenetisch gefeiert. Der anhaltende Applaus gilt aber ebenso den vier Musikern, die weit mehr als Pausenfüller sind: Caje Petersen, Rüdiger Bergheim, Jochen Papke und Jürgen Sachau.

 Ein kleiner Blick zurück: Entstanden sind die Blindgänger im Juni 1980. Für das Schultheater „bühnensüchtig“ schrieb Roland Geruschkat seinerzeit ein Kabarettprogramm und brachte es mit Freunden auf die Bühne des Lutherhauses.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3