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„Kälte muss ich noch üben“

Schwedeneck „Kälte muss ich noch üben“

Wasser 28 Grad, Luft 30, dazu Sonne satt und Farbspiele in Türkis, Blau, Grün – der Strand von Schwedeneck? Nicht ganz. Aber Dwight Hall aus Trinidad/Tobago bringt sehr wohl Karibikflair in die Surf- und Kite-Schule am Campingplatz Grönwohld. Fünf Wochen lang erkundet der 26-Jährige die Surfreviere der Ostsee bei seinem Freund Bernd Kascha, Betreiber von Wassersport Schwedeneck.

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Das ist ja mal richtiges Karibik-Feeling in Grönwohld: Surflehrer Dwight Hall aus Tobago ist mit Bernd Kascha von der Surf- und Kite-Schule Wassersport Schwedeneck seit zehn Jahren befreundet. Jetzt macht er zum ersten Mal Ostseeurlaub und findet es "ziemlich kalt zum Surfen". In der regnerischenkVorwoche blieb er nur ein paar Minuten drinnen, trotz Neoprenazug..

Quelle: Cornelia Müller

Schwedeneck. „Liming“ heißt das Zauberwort seit anderthalb Wochen zwischen Surfboards, Neoprenausrüstung und karibisch bunt bemalten Wänden auf Kaschas Terrain. Das ist zwar seit Jahren eine Art exotische Enkalve, selbst wenn der norddeutsche Sommer sich nicht gerade von der farbig-heiteren Seite zeigt. „So wie noch vor einer Woche“, wirft Kascha ein und blinzelt seinem Gast mit dem breiten freundlichen Lächeln zu. „Und auch dann hilft dir Liming“, gibt der prompt auf Englisch zurück. „Das raten wir auf Tobago jedem. Das bedeutet, die Dinge locker zu sehen, sich herunterzufahren, nicht mehr wie verrückt auf die Uhr zu starren. Das tun nämlich die meisten Europäer, weil sie es so gewohnt sind.“

Dass der Surfbetrieb in den gut gebuchten Sommerferien in der Wassersportschule trotzdem klappt, wenn man die Übungsstunden relaxt angeht, erprobt der 45-Jährige seit mehr als zehn Jahren erfolgreich. Schuld daran ist auch Dwight Hall. Die beiden kennen sich fast genauso lange. Kascha arbeitet seit 14 Jahren im Winter für einen Surf- und Kite-Reiseveranstalter, der mit seinen Gruppen auch auf Tobago Station macht. Dort hat er das nebenbei besagte „Liming“ schätzen gelernt. Hall hat ihm gezeigt, dass der oft nur als „Herumhängen“ übersetzte Begriff eigentlich eher eine Kraftformel ist. „Wenn du dann arbeitest, dann bist du voll da. Doch du nimmst keinen Stress mit nach Hause“, erläutert der Mann aus Tobago. Er ist nicht nur Surf- und Kite-Lehrer, er studiert parallel auch Elektrotechnik auf Trinidad. Seine deutsche Freundin aus Rosenheim studiert in München. „Jetzt mache ich Urlaub wie jeder andere auch“, sagt er. „Man funktioniert also auch mit Liming ganz gut.“

Im Traumsommer 2014 hatte er Kascha einen ersten Kurzbesuch abgestattet und fand Grönwohld mit seinen Surfern und Kitern „just cool“. Hall: „Da schien allerdings jeden Tag die Sonne, das Wasser war nicht ganz so kalt. Aber vergangene Woche habe ich mich nicht mal zum Kiten rein gewagt, obwohl der Wind optimal war. Ich habe sogar im Neoprenanzug gefroren. Ich hatte eisige Füße. In Sachen Kälte muss ich noch üben.“ Da hilft nur norddeutsches Warmarbeiten, oder? „Ganz genau“, sagt er und weist an die Wand der Hütte. Da prangt ein nagelneues, professionelles Abstellbord, das er „mal eben“ gezimmert hat. „Ich helfe auch gern beim Aufräumen und gebe den Kinder Tipps, wenn sie nach der Surfstunde Fragen haben.“ Inzwischen macht Dwight Hall der mehrwöchige Temperaturschock sogar richtig Spaß. „Nächste Woche starte ich mit meiner Freundin zur Dänemark-Tour. Ihr habt es hier im Norden nämlich auch richtig schön. Und von der Art, wie ihr organisiert, nehme ich etwas mit in meine Heimat.“ Ein schöneres Kompliment kann sich sein Gastgeber kaum vorstellen.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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