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Das ist der Hammer

Eckernförde Das ist der Hammer

Heiß ist es auf dem Gelände der Eckernförder Werkstatt im Holm 11, doch das liegt nicht an den 29 Grad sommerlicher Außentemperatur, sondern an den zwei auf 800 bis 1200 Grad angeheizten Essen. Michael Göttsch von der Mobilen Kunstschmiede Melsdorf hat im Rahmen der Aktion Ferienspaß zum Schmieden eingeladen, und acht Kinder möchten ein heißes Eisen in Form bringen.

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Frederik (11) bearbeitet konzentriert seinen Hammer. Später will er einmal Schmied werden.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Zuvor jedoch ist Sicherheit angesagt: Ohne Schutzbrille und Handschuhe geht nichts, auch müssen die Arme durch Kleidung vor Funkenflug geschützt sein. „Keine Kunststoffkleidung“, so die Anforderung, denn die würde bei Kontakt mit dem Feuer mit der Haut verschmelzen. Eine Lederschürze noch, dann kann es losgehen.

Ziel des Tages: Einen kleinen Hammer schmieden und noch gleich den dazugehörenden Stiel aus Holz in Form bringen. Zweieinhalb Stunden sind dafür angesetzt. „Das könnte knapp werden, wir haben acht statt wie geplant sechs Teilnehmer“, gibt Göttsch zu bedenken. Also ist Konzentration gefragt, und die muss immer wieder eingefordert werden, denn die acht Jungs verstehen sich auf Anhieb prächtig. „Jeder ist für sein Feuer verantwortlich“, appelliert der Kursleiter an seine Schüler.

Die von ihm vorbereiteten Rohlinge kommen ins Feuer. Es dauert, bis sie auf Temperatur kommen, doch dann heißt es, schnell zu handeln. Zwei, maximal drei Minuten, dann ist das Eisen erkaltet und kann nicht mehr geformt werden. Während der Sohn von Michael Göttsch, der elfjährige Jonah, zwei fertige Produkte präsentiert, machen sich die beiden ersten Gruppen mit Ole (13) und Tom (11) sowie Frederik (11) und Jan (11) an die Arbeit – und kommen schnell ins Schwitzen. Frederik bearbeitet mit seinem Hammer die Spitze seines Werkstücks, das langsam in Form kommt. Immer wieder muss es ins Feuer, immer wieder muss Frederik es bearbeiten.

Das Feuer in den Essen muss mit glühender Steinkohle am Laufen gehalten werden. Die ist schwefelhaltig und muss deswegen zunächst einmal ausgasen. Zu lange jedoch dürfe das Eisen nicht im Feuer bleiben, dann könne es verbrennen. „Dann kann man es nicht mehr verwenden“, so Göttsch.

Erste Ergebnisse sind bereits nach einer Stunde zu sehen. Frederik hat ganze Arbeit geleistet. Das Werkstück ist fertig, stolz kann er es mit nach Hause nehmen. Später möchte er einmal in die Fußstapfen von Michael Göttsch treten. „Schmied zu werden, das war schon immer mein Traum“, sagt er. „Ich finde es spannend, wie etwas Neues entsteht.“ Wer ihn bei der Arbeit beobachten konnte, glaubt ihm, dass er seinen Traum in Zukunft verwirklichen wird.

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Ein Artikel von
Kai Pörksen

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