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Kuchen ja, aber „bitte durchgebacken“

Kindergärten haben Regeln Kuchen ja, aber „bitte durchgebacken“

Risiko Geburtstagskuchen? In Leipzig untersagte das Jugendamt vor Kurzem Eltern, Selbstgemachtes mit in den Kindergarten zu bringen. Grund: mögliche Risiken durch allergieauslösende Stoffe, Keime oder Salmonellen. Nach Protesten wurde das Verbot wieder aufgehoben. Und wie läuft das im Dänischen Wohld?

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Täglich frisches Obst: Die von den Kindern mitgebrachten Früchte werden stets in der Altenholzer DRK-Kita gewaschen, erklärt Leiterin Manuela Fassonge.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Dänischer Wohld.  Eingeschweißter Industriekuchen zum Geburtstag? Das schmeckt auch Kindergärten im Dänischen Wohld nicht. Wobei das Thema mitgebrachte Lebensmittel viele Facetten hat. „Wir übernehmen ja die Verantwortung für das, was die Kinder essen“, sagt Manuela Fassonge, Leiterin der DRK-Kindertagesstätte Altenholz. Und die Hygienevorschriften werden immer strenger.

 Selbst gebackenen Geburtstagskuchen gibt’s für die etwa 90 Kinder trotzdem. „Wir haben ganz kreative Mütter, die kommen mit tollen Sachen“, sagt Fassonge. Das Mitgebrachte soll aber „bitte durchgebacken“ sein. Gut sind Blechkuchen, Brezeln, abgepacktes Eis: „Wir schreiben schon ein bisschen vor, was wir möchten.“ Das gilt auch für Veranstaltungen wie das Faschingsbüfett oder den Laternelauf. Eine Gabel für Rohkost, die Mayonnaise erst ganz zum Schluss an den Salat: Regeln sollen vermeiden, dass sich jemand den Magen verdirbt. Unverträglichkeiten oder Krankheiten wie Diabetes erfragt die Kita bei der Anmeldung und stimmt das Angebot darauf ab. Das Frühstück wird im Kindergarten zubereitet: „So gibt es für alle das Gleiche.“

 Das Mitbringverbot „geht zu weit“ und wäre ein Verlust an Tradition, kritisiert Erzieherin Natalie Alvarez von den „Schlauen Füchsen“ aus Altenholz. Die Lerngruppe mit 22 Kindern im Vorschulalter geht auf eine Elterninitiative zurück. Nicht nur mit Blick „auf unsere Rotznasen hier“ zweifelt Alvarez am Sinn: „In gekauften Kuchen stecken auch Zusatzstoffe.“ Das Erzieherteam der „Schlauen Füchse“ bespricht aber ebenfalls mit den Eltern, was geht und was nicht. Zudem gehören gemeinsames Kochen und Backen in dieser Einrichtung zum Programm.

 Auch im evangelischen Kindergarten in Dänischenhagen gab es einen Kochtag – doch der wurde wegen immer strengerer Regeln im Umgang mit Lebensmitteln gestrichen, erklärt Leiterin Karin Simon. Der bürokratische Aufwand für die Einrichtung mit 50 Kindern sei zu groß geworden. „Aber natürlich ist es in Ordnung, wenn Kinder zum Geburtstag oder zu Festen etwas mitbringen.“

 Einen anderen Weg geht die DRK-Kita in Schwedeneck: Hier werden die Geburtstagskuchen im Haus gebacken, „so haben wir das unter Kontrolle“, erklärt Leiterin Rena Knutinge-Kaas. Von jedem Kuchen wird eine kleine Probe eingefroren. Das Backen sei auch „ein Highlight“ für die Geburtstagskinder, die den Kuchen immer mit ein paar Freunden anrühren dürfen.

 In der kommunalen Kita Parkallee in Gettorf sei Mitgebrachtes willkommen, sagt Leiterin Christel Sothmann. Speisen mit rohen Eiern sind allerdings tabu, „da achten wir sehr drauf“. Auch Unverträglichkeiten werden in der Einrichtung mit etwa 140 Kindern berücksichtigt. Aber mögliche Gefahren von Selbstgebackenem? „Keime können überall sein“, sagt Sothmann.

 In der „Strander Möwe“ vom Träger Brücke Rendsburg-Eckernförde werden die Eltern in die Pflicht genommen, erklärt Leiterin Birgitt Knudsen: Sie müssen eine Erklärung unterzeichnen, dass Speisen auf eigene Verantwortung mitgebracht werden. Kinder, die unter Allergien leiden, sind nach ihrer Erfahrung übrigens „sehr sensibel und können oft gut auf sich selbst aufpassen“.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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