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Kein Kino anstatt Skaterpark

Eckernförde Kein Kino anstatt Skaterpark

Ist der Skaterpark der ideale Ort für das neue Eckernförder Kino? Der Wirtschaftskreis Eckernförde (WKE) sieht es so. Die Jugendlichen, die den Skaterpark nutzen, nicht.

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Die Jugendlichen sind sich einig: Der Skaterpark muss bleiben. Piet Hesselmann (15) aus Angeln kommt wie viele andere Jugendliche aus dem Umland regelmäßig nach Eckernförde und zeigt hier einen Sprung auf der Bahn.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. „Der Skaterpark ist ein fester Bestandteil der Eckernförder Jugendkultur“, so Streetworkerin Heike Peuster. Außerdem verfüge er über einen hohen Bekanntheitsgrad und locke Nutzer bis aus Kiel an. Das gelte auch und vor allem für die legale Graffiti-Wand, die stark genutzt werde und dafür sorge, dass die Jugendlichen nicht in den illegalen Raum verdrängt würden.

Rund 50 Jugendliche hatten sich am Donnerstagnachmittag auf dem Platz eingefunden, um ihren Wünschen Ausdruck zu verleihen. „Wir finden hier eine fast familiäre Atmosphäre vor, die wir an anderen Stellen der Stadt nicht haben können“, so Felix Kilian. Denn würden sie sich am Strand treffen, verweise man sie des Platzes. Doch auf dem Skaterpark könne man sich treffen und auch mal lauter Musik hören, ohne dass es jemanden störe. Solchen Ort dürfe man nicht aufgeben.

„Der Platz ist ideal, weil er gut einsehbar und zentral gelegen ist – auch in direkter Nähe zum Jugend- und Kulturtreff Haus, in dem Jugendarbeiter aktiv sind“, erklärt Heike Peuster. „Bei gutem Wetter möchten wir aber nicht immer auf das Haus angewiesen sein und uns unter freiem Himmel treffen können“, sagt Judith Kappler (17). Auch Simon Berger (22) ist von eventuellen Plänen für den Skaterpark als Kinostandort nicht begeistert. „Anstatt den Skaterpark zu verlegen und hier ein Kino zu bauen, kann man doch gleich das Kino an einen anderen Standort verlegen.“ Und er gibt zu bedenken: „Eine Verlagerung in den Bereich Nooröffnung könnte Konfliktpotenzial bergen.“ Proteste der zukünftigen Anwohner aufgrund von zu viel Lärm seien vorprogrammiert.

In einem Schreiben hat der Arbeitskreis Jugend unter der Verantwortung von Felix Kilian und Fiona Danieli aufgelistet, was für den Erhalt spricht: Durch die zentrale Lage ist er mit Bahn und Bus für die Jugendlichen gut erreichbar. Die Nähe zum „Haus“ bietet die Möglichkeit, die pädagogischen Fachkräfte bei Bedarf anzusprechen sowie die sanitären Anlagen zu nutzen. Er ist fester Bestandteil der Eckernförder Jugendkultur. Größe und Ausstattung sowie die Grünflächen bieten einen Treffpunkt über die sportliche Nutzung hinaus, zum Beispiel für erlaubtes Grillen und zum Musikmachen.

„Die Stadt gehört nicht nur den Touristen“, gibt der Eckernförder Quinn Christiansen (22), inzwischen Student in Kiel, zu bedenken. Die gewachsene Struktur im Skaterpark dürfe man nicht aufgeben.

Einig sind sich die Jugendlichen, dass sie zukünftig mehr einbezogen werden möchten, und verweisen auf § 47 f der Gemeindeordnung: „Die Gemeinde muss bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen.“ Das Vorpreschen des WKE ohne Kontaktaufnahme mit den Betroffenen habe man als unangemessen empfunden.

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Ein Artikel von
Kai Pörksen

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