20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Was wird aus dem Riesebyer Friedhof?

Verlustbetrieb Was wird aus dem Riesebyer Friedhof?

Wer trägt das Defizit? Im Streit um die Zukunft des Friedhofs in der Gemeinde Rieseby stehen die Zeichen auf Annäherung. Vertreter sowohl der Kirchengemeinde als auch der Kommune unterstrichen am Sonnabend bei einer Info-Veranstaltung in der St.-Petri-Kirche ihre Gesprächsbereitschaft.

Voriger Artikel
Der 1. FC Schinkel feiert sein Jubiläum
Nächster Artikel
Kultur-Streifzug durch die Nacht

Auf dem 15 000 Quadratmeter großen Friedhof rund um die Riesebyer St.-Petri-Kirche sind rund 600 Grabstätten belegt.

Quelle: Christoph Rohde

Rieseby. Es könnte so einfach sein: Beide Seiten wollen den Erhalt des historischen Riesebyer Friedhofs. Doch scheiden sich die Geister – wie so häufig – am Geld. Umsonst ist nicht mal der Tod, sagt der Volksmund. Das gilt auch für den Betrieb eines Friedhofs. Seitdem die Nachfrage nach den teureren Erdbestattungen sinkt und der Trend hin zu den günstigeren Urnen- und Friedwaldbestattungen geht, ächzen die Friedhofsverwaltungen unter rückläufigen Einnahmen bei gleichbleibenden laufenden Kosten.

Der Riesebyer Friedhof fährt pro Jahr ein Minus von 10000 bis 15000 Euro ein. In der Vergangenheit konnten schlechte Jahresabschlüsse noch durch gute wieder ausgeglichen werden. Doch zuletzt hatte sich ein Alt-Defizit von 74000 Euro angehäuft.

Bei gerade einmal 80000 Euro an jährlichen Kirchensteuerzuweisungen „können wir die Verluste nicht mehr tragen“, sagte Pastor Jörg-Michael Schmidt. Da sich Kommune und Kirchengemeinde nicht über eine Kosten-Übernahme einigen konnten, folgten Konsequenzen: Die Kirche beschloss, den Friedhof ab 2019 auslaufen zu lassen. Die Kommune leitete ein Planungsverfahren für einen eigenen kommunalen Friedhof ein. „Vorsorglich, wegen des Zeitdrucks“, so Riesebys Bürgermeister Jens Kolls. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

In der anschließenden Diskussion betonten Redner auch die emotionale Seite eines Friedhofs, der nicht nur unter finanziellen Aspekten gesehen werden dürfe. Alt-Bürgermeister Johann Kempe appellierte: „Erhaltet den Riesebyer Friedhof!“. Bürgermeister Kolls kündigte eine Einwohnerversammlung an: „Wir wollen das Thema nicht auf die lange Bank schieben.“ Looses Bürgermeister Gerhard Feige erklärte, die Gemeinde stehe weiter dazu, sich am vollen Defizit zu beteiligen. Ziel sei es, so der Rechtsbeistand der Kirchengemeinde, Dr. Mathias Nebendahl, aus dem vorhandenen Gesprächsfaden einen Strang zu entwickeln, „an dem wir am Ende gemeinsam zum Ziel kommen“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3