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Hut ab, Sankt Nicolai Eckernförde

Kirchensanierung Hut ab, Sankt Nicolai Eckernförde

Wo ist der Turm? Die historische St.Nicolai-Kirche Eckernförde ist seit Donnerstagvormittag kopflos. Mit zwei riesigen Kränen hoben Spezialisten den 16 Meter hohen Dachreiter in einem Stück ab und fädelten ihn in ein Gerüst am Boden. 1770 wurde der "schiefe Turm von Eckernförde" zuletzt saniert.

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Am Donnerstagmorgen wird der 16 Meter hohe Dachreiter der St.-Nicolai-Kirche Eckernförde in einem Stück abgenommen. Besonders spannend ist die Stunde, in der er in das enge Gerüst am Boden eingefädelt wird (Foto). Das ist Millimeterarbeit. Auch die zwei Glocken werden noch von den zwei riesigen Kränen heraus gehoben.

Quelle: Cornelia D. Mueller

Eckernförde. Punkt sieben Uhr, und es wird rege in der Dämmerung bei strömendem Regen auf dem Kirchplatz rund um die mächtige Stadtkirche aus dem 16. Jahrhundert. Schon am Vorabend wurden die zwei  gigantischen Autokräne passgenau hinein rangiert in die Enge. Zwischen dem Gotteshaus mit dem schon teilweise sanierten mächtigen Riesendach, Altstadthäusern, Eiscafé und Fußgängerzone haben die zwei Kranfahrer Siegfried Autzen und Stephan Pieper dich an den Kirchenmauern geparkt.

Die Kranarmer fahren aus, die ersten Schaulustigen stehen auf der Matte. "Wer sich diesen historischen Moment entgehen lässt, ist selber Schuld", bestätigt Architekt Dietrich Fröhler, der die gesamte extem aufwändige Kirchensanierung geplant hat.

Die Experten leisten Meisterarbeit und Akrobatik

Was folgt, ist meisterliche Handwerksarbeit, Akrobatik und Kunst zugleich. Pieper zieht sanft die beiden Zimmerleute Kolja Reinhard und Jan Jöhnk in einem kleinen Metallkorb in Schwindel erregende Höhe. Autzen schwenkt von der anderen Seite langsam die maßgenaue Traverse, die den Dachreiter gleich auf halber Höhe stabilisieren soll, mit den starken Haltegurten heran. Dann fährt er das Stahlgestell langsam und sacht über die Turmhaube. Die Zimmerer, gut angeseilt, befestigen sie sichern mit den langen Drehspindeln an den Stahlträgern. Unter ihnen beginnen jetzt zwei Kollegen auf dem Dachgerüst damit, die Trägerbalken des Dachreiters mit Kettensägen abzutrennen.

Diesen erfolgreichen Tag wird Eckernförde nicht vergessen

Puh, das ist geschafft! Es ist 9.30 Uhr - und der mit den Gurten auf einem vorher gezimmerten, starken Holzfuß von über drei Meter Durchmesser wird in Zeitlupe von Autzen hochgezogen. Langsam schwenkt er ihn auf das Gerüst am Boden zu. Noch länger als eine Stunde wird es dauern, bis sechs Zimmerleute und der extrem einfühlsam arbeitende Kranführer den sechs Tonnen schweren schlanken Turm ganz abgesetzt haben. "Die letzte Phase ist absolute Millimeterarbeit", bestätigt Christian Schaefer, Chef der gleichnamigen Zimmerei. Diesen Tag werden er und die Kollegen genauso wie alle Eckernförder rot im Kalender markieren.

Hier sehen Sie mehr Bilder vom Abnehmen des Turms vom Dach der historischen Stadtkirche Sankt Nicolai in Eckernförde.

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