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Kleine Bohne mit viel Aroma

Kaffee-Seminar Kleine Bohne mit viel Aroma

Johann Sebastian Bach hat ihm eine Kantate gewidmet. Der schwedische König Gustav III. hingegen war fest davon überzeugt, dass das „schwarze Zeug“ giftig sei. Dem Kaffee widmete sich ein Seminar der Volkshochschule Eckernförde.

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Kaffeetrinker aus Passion: Arne Schlüter entführte die Seminarteilnehmer in die Welt der aromatischen Bohne und ergänzte seine Ausführungen durch Informationen über das richtige Handwerkszeug.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Der Beweis, dass dem nicht so ist, wurde längst erbracht: Im Durchschnitt konsumiert jeder Deutsche im Jahr rund 150 Liter Kaffee pro Jahr. Für viele ist er ein fester und unverzichtbarer Bestandteil des täglichen Lebens. Dies gilt auch für die zwölf Teilnehmer des Kaffeeseminars.

Wo liegen die Anbaugebiete? Welche Sorten gibt es? Wie wird Kaffee geerntet und wie geröstet? Arne Schlüter weiß auf all diese Fragen eine Antwort. Der gebürtige Eckernförder betreibt in Kiel die „Kleine Kaffeerösterei“ und informiert darüber hinaus in Seminaren über die Geschichte und Verarbeitung der Pflanze, die ursprünglich nur in Afrika und Arabien verbreitet war, inzwischen aber längst auch in vielen Ländern in Äquatornähe beheimatet ist. Vor einem wissbegierigen Kreis von Kaffeetrinkern lud Schlüter nun erstmals zu einem informativen Nachmittag in Eckernförde ein.

Der Duft und das Aroma eines frisch aufgebrühtem Kaffee löst bei vielen Wohlbehagen aus. Mirja Kraack, die zusammen mit ihrem Mann Ingo das Seminar besucht, gibt unumwunden zu: „Ich bin ein Kaffee-Junkie.“ Ein Tag ohne Kaffee sei für sie schlicht nicht vorstellbar. Das gilt auch für Michael Packschies, der allerdings einen speziellen Geschmack hat: Er bezieht seinen Kaffee fast ausschließlich aus Dänemark oder Schweden. Dort sei er einfach kräftiger im Geschmack, sagt er. Gemahlen wird er von ihm noch selbst, mit einer alten, hölzernen Kaffeemühle.

Arne Schlüter erhält seine Rohware aus der Dominikanischen Republik. Diese Bohnen seien sehr säurearm, würden aber über ein ausgezeichnetes Aroma verfügen. Bei den Bohnen handelt es sich um die Kerne reifer, roter Kaffee-Kirschen, die von Hand gepflückt werden. Danach werden sie für mehrere Wochen zum Trocknen in die Sonne gelegt. Die beiden wichtigsten Kaffeepflanzen-Arten sind Arabica und Robusta mit einer Vielfalt von Varianten. Arabica-Kaffee sei etwas fruchtiger, aber auch etwas säuerlicher, erklärt Schlüter. Robusta hingegen verfüge über eine nussige, schokoladige Note.

Der Industriekaffee, der in den Regalen der Supermärkte stehe, werde, wie der 42-Jährige betonte, zumeist nur zwei bis drei Minuten geröstet. In seiner Rösterei lässt er sich mehr Zeit. Bei ihm werden die Bohnen rund 20 Minuten gleichmäßig erwärmt. Dadurch würden nahezu alle Bitterstoffe entzogen.

Nicht nur das hat einen erheblichen Einfluss auf den Geschmack. Das Wasser trägt ebenfalls dazu bei. „Hartes, kalkhaltiges Wasser sorgt für ein kräftiges Aroma“, sagt Schlüter. Der Nachteil: Die Kaffeemaschine muss häufiger gereinigt werden.

Natürlich wurde während des Seminars auch probiert – unter anderem aus einer hochwertigen Maschine, aus einer French-Press und einer Espressokanne. Und welcher Kaffee schmeckt am besten? Unter den Teilnehmern herrscht weitgehend Einigkeit: Der selbst Zubereitete von zu Hause.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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