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Klimaexpedition im BBZ

Fünf Schulen machen mit Klimaexpedition im BBZ

Der Zeitpunkt war gut gewählt. Wenige Wochen vor dem UN-Klimagipfel in Paris starteten Montag die Klimaworkshops für Kinder und Jugendliche im Kreis. Finanziert vom Klimaschutzmanagement des Kreises sind fünf Schulen ausgewählt. Den Anfang macht das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Eckernförde.

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Vom Weltraum aus wirkt die Erde wie ein Juwel. Doch der Mensch behandelt sie nicht als solches. Gletscher verschwinden, wie Umweltpädagoge Michael Geisler (Geoscopia) erläutert. Der Klimawandel schreitet voran.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde.  Eine Satellitenschüssel vor dem BBZ weist darauf hin, dass an diesem Tag Besonderes geschieht. Michael Geisler, Umweltpädagoge von Geoscopia, flucht leise vor sich hin. Eigentlich hätten Live-Bilder von der Erde auf die Leinwand gebeamt werden sollen, doch die Rüttelmaschine der benachbarten Straßenarbeiten stört die Datenübertragung. Geisler zeigt stattdessen beeindruckende Aufnahmen der Vorwoche. Der Klimawandel bewirkt etwas mit der Erde. Das lässt sich aus dem Weltall nachvollziehen – und die Veränderung ist keine zum Guten. Auch in großen Höhen ist die Welt schon vermüllt. Von den 9000 Satelliten, die die Erde umkreisen, sind nur gut die Hälfte noch intakt. Allein der Internet-Gigant Google will 84 neue Satelliten ins All schicken.

 Doch wie sieht es auf der Erde aus? Und was verbinden die Schüler des beruflichen Gymnasiums „Gesundheit“ am BBZ mit dem Thema Klimawandel? „Polkappenschmelze, Meeresspiegelanstieg, Erderwärmung, Wetterextreme“, kommen schnell die Antworten. Wie alles zusammenhängt, vermag hingegen kaum einer zu erklären. Geisler versucht es, schlägt den Bogen von der Malaria-Mücke, die von Afrika nach Bayern eingewandert ist, über die verschwindenden Gletscher („vorher Ski fahren, heute Freeclimbing“) bis zum Nordpol, der in den vergangenen 32 Jahren über 40 Prozent seiner Eisfläche verloren hat. Sollte der neun Kilometer dicke Eispanzer von Grönland schmelzen, würde der Meeresspiegel um sieben Meter ansteigen. Der Umweltpädagoge setzt noch eins drauf: „Die UN geht davon aus, dass bis Ende des Jahrhunderts 30 bis 34 Staaten vom Globus verschwunden sind.“

 Unterdessen ist der Mensch fleißig dabei, die Regenwälder abzuholzen. „Pro Minute vier Fußballfelder“, verdeutlicht Geisler. Auf den freien Urwaldböden werden Palmen angepflanzt, deren Öl sich später in Schokoriegeln und Kosmetika wiederfindet. Oder Soja, als Viehfutter für die Fleischproduktion der Industrieländer. Fünf bis sieben Jahre wächst noch etwas auf den gerodete Flächen. „Dann entsteht Wüste“, sagt Geisler. Wolken verschwinden, die natürliche „Klimaanlage“ ist ausgeschaltet. Solche Beispiele sollen die Schüler zum Handeln anregen. „Schon Kleinigkeiten tragen dazu bei“, betont der Umweltpädagoge. Würde beispielsweise in Deutschland die Internet-Nutzung auf das Nötigste reduziert, könnten zwei Kohlekraftwerke abgeschaltet werden.

 Auch die Verbraucherzentrale Kiel will an diesem Tag bei den Schülern Bewusstsein für Umwelt und Klima wecken. Sie wirbt für regionale Produkte, deren kurze Transportwege ein Vielfaches an CO2 einsparen. Bei Ina Hammerich (20) hat die „Klimaexpedition“ Spuren hinterlassen. „Ich versuche jetzt, mehr auf mein Verhalten zu achten“, sagt sie. Am 19. November ist der Klima-Workshop auch an der Gettorfer Isarnwohld-Schule zu Gast.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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