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Küste im Wandel

Eckernförde Küste im Wandel

„Unser ökologischer Fußabdruck ist unnötig tief“, sagte Bürgermeister Jörg Sibbel am Dienstag bei der Eröffnung des Klima-Festes Klimale an der Eckernförder Hafenspitze. Vermisst würden langfristige Küstenstrategien. Dabei ist die globale Erderwärmung längst Realität. Extreme Wetterereignisse nehmen zu, der Meeresspiegel steigt. Informativ und kreativ zeigt die Klimale noch bis Mittwoch, wie der Mensch darauf reagieren kann.

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Mehrere Schulklassen und Gäste begleiten den Auftakt der Klimale. Im Hafen hat der Forschungskutter „Littorina“ festgemacht, der besichtigt werden kann und zwei Labore öffnet, die Einblicke in die Meeresforschung geben.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Professor Horst Sterr ist Initiator des Klimabündnisses Kieler Bucht, das die Klimale veranstaltet. „Wir wollen grundsätzlich auf das Thema Klimawandel aufmerksam machen und in das Bewusstsein breiter Bevölkerungsschichten bringen“, sagt er. An den Küsten sind die Veränderungen in der Atmosphäre Risiko und Chance zugleich. Hochwassergefahren und Stranderosion setzen den Meeresanrainern zu. Andererseits könnte der Tourismus an der Ostsee durch verlängerte Warmwetterperioden profitieren. „Viele Deutsche halten sich nicht so gern bei 40 Grad am Mittelmeer auf“, so Sterr.

Der jüngste Gewittersturm mit Starkregen hat allerdings auch gezeigt, welche Wucht hinter dem Klimawandel stecken kann. Kommunen müssen sich darauf einstellen. Eckernförde beispielsweise gibt jedes Jahr 150.000 Euro für die Sanierung von Regen- und Schmutzwasserleitungen aus. „Bei Bedarf legen wir heute schon größere Querschnitte“, sagt Bürgermeister Sibbel. Auch bei Neubauten am Wasser wie das Eckernförder Projekt Hafenspitze werden Wohnräume auf 3,50 Meter über dem normalen Wasserspiegel angehoben. Solch eine Vorsorgeplanung, so Sterr, sei vorbildlich.

Doch auch für das Ostseebad bleibt der Klimawandel eine Herausforderung. „Wir sind im Dialog mit den Ministerien“, sagt Sibbel. Dabei geht es insbesondere um Fördergelder für Küstenschutz. Und immer noch, so bedauert der Verwaltungschef, würden fossile Energien verschleudert. Während im Hintergrund ein Segler und ein Solarboot vorbeiziehen, prangert er „Jetskis und beleuchtete Pfeffermühlen“ an. „Der Klimawandel geht uns alle an“, sagt Sterr. Das will die Klimale, die bundesweit ein einzigartiges Festival ist, vermitteln.

Insbesondere junge Menschen sollen für das Thema Klimawandel sensibilisiert werden. Beim Schüler-Contest stellten sich drei Hamburger und vier Schleswig-Holsteiner Klassen mit kreativen Ideen vor. Der 12. Jahrgang der Klaus-Harms-Schule in Kappeln etwa hatte Stop-Motion-Filme dazu gedreht. „Es geht um den Treibhauseffekt und was ein afrikanisches Mädchen dabei erlebt“, erzählt Viviane (17). Und wie geht sie selbst mit dem Klimawandel um? „Es ist schon schwierig, das im Alltag umzusetzen“, gesteht die Schülerin. „So könnte ich öfter mit dem Rad als mit Bus oder Auto zur Schule fahren.“ Dafür verzichte sie bei der Ernährung weitgehend auf Fleisch – was auch dem Klima zugute kommt.

Die Klimale läuft noch Mittwoch an der Hafenspitze mit Experten-Vorträgen, Mitmachaktionen, Open-Air-Kino, Info-Ständen und Ausstellungen. Unter anderem gibt es ein Sandsack-Trainingscamp, einen Klimapfad und eine Streetart-Perfomance.

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Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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