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Nie wieder vielleicht

Marlene Jaschke meint: Nie wieder vielleicht

Non, rien de rien, non, je ne regrette rien singt Marlene Jaschke eingangs. Nein, sie bedaure nichts. Was sollte sie auch bedauern, alles hat doch gut geklappt in ihrem Leben. Doch in Eckernförde ist in Jutta Wübbes neuem Programm „Nie wieder vielleicht“ so einiges in Bewegung gekommen

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30 Jahre Bühnenjubiläum feiert Jutta Wübbe, die eins auf der Hamburger Reeperbahn als Marlene Jaschke ihren Durchbruch schaffte. Gemeinsam mit Volker Griepenstroh am Flügel bot sie nicht nur bestes Kabarett, sondern auch noch musikalische Einlagen von der Zauberflöte bis zu Carmen.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Seit 41 Jahren arbeitet sie als Chefsekretärin im Schraubengroßhandel Rieger, Ritter, Berger & Sohn. Doch in Jutta Wübbes neuem Programm „Nie wieder vielleicht“ ist für die Dame mit dem roten Hut so einiges in Bewegung gekommen: Ein ausländischer Investor aus Ägypten hat die Firma aufgekauft. Werden die neuen Herren sie übernehmen?

 Vorweg genommen und zur Beruhigung aller Jaschke-Fans: ja. Aber nur, weil Marlene, die langsam auch im echten Leben dort angekommen ist, wie sie sich schon immer auf der Bühne altersmäßig gibt, sich mit viel Einfühlungsvermögen auf den neuen Chef einlässt, für guten Duft im Büro sorgt (4711), für schöne Musik und gute Atmosphäre durch Häkelwaren.

 Klar, mit der Sprache hapert es noch. Immerhin, rudimentär ist ja Französisch vorhanden: „La vache, die Kuh, fermez la porte, die Tür mach zu“. Auch Englisch geht am Telefon. „Yes, yes, no, no, Mister Tramstedt is zu Tisch. To Table.“

 Schon ungewöhnlich, dass die Ägypter die Schrauben aus Hamburg brauchen, sagt sie sich. Vielleicht bröckeln die Pyramiden? Aber sich so anzubiedern wie ihr Kollege Konrad, der für die neuen Herren eigens aufblasbare Pyramiden besorgt hat, möchte sie nicht. Da wird sie zur Saboteurin, zeigt ihre böse Seite: Mit Spaxschrauben rückt sie den Illusionspyramiden auf die Pelle, bis es „Pfff“ macht. „Ramses, da hamses“, so die alterslose Jaschke im beigen Kostüm und Schleifenbluse.

 Nach anfänglicher Irritation für die Besucher – der Hallenplan war vom Veranstalter der Stadthalle fälschlich ohne Öffnung des seitlichen Flügels übermittelt worden, es fehlten 80 verkaufte Plätze – fing Wübbe professionell zehn Minuten später an, nachdem Hallenmanager Jörg Legband kurzerhand die Seitenwand verschwinden ließ und Platz für genug Stühle schaffte. „Für mich werden in Eckernförde sogar Wände eingerissen“, reagierte die Künstlerin sichtlich erfreut und fand kurze Zeit später tatsächlich eine kleine Schraube auf der Bühne, die sie spontan ins Programm einbaute.

 30 Jahre Bühnenjubiläum feiert Wübbe, die einst durch das Schmidts Tivoli auf der Hamburger Reeperbahn ihren Durchbruch schaffte. Gemeinsam mit Volker Griepenstroh am Flügel bot sie nicht nur bestes Kabarett, sondern auch noch musikalische Einlagen von der Zauberflöte bis zu Carmen.

 Ach – und was ist mit ihrem Schwarm Herrn Tramstedt? Der hat sich als Enttäuschung entpuppt und fristet in Zukunft sein Leben im Keller als Archivar. Das hat er nun davon.

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