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Kreative bei der Klimale

Eckernförde Kreative bei der Klimale

Der Meeresspiegel wird steigen, so lauten alle Prognosen. Wie stark, darüber sind sich die Fachleute uneinig. Künstler können sich unabhängig davon Meinungen bilden und vor allem anschaulich zeigen, wohin die Entwicklung geht. Auf der Klimale geben sie Beispiele.

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Der Begriff Meeresspiegel einmal anders interpretiert: Die Künstlerin Bozena Mozolewska aus Stettin zeigt ihre Arbeiten im Rahmen der Muthesius Kunstprojekte am Eckernförder Strand.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Eckernförde. Der Meeresspiegel wird steigen, so lauten alle Prognosen. Wie stark, darüber sind sich die Fachleute uneinig. Künstler können sich unabhängig davon Meinungen bilden und vor allem anschaulich zeigen, wohin die Entwicklung geht. Auf der Klimale geben sie Beispiele.

 Der Eckernförder Rüdiger Ziegler macht das beispielsweise durch eine in den Strand gesetzte Linie aus Bambusstöcken. Das Ergebnis: Zwei Drittel des Strandes sind weg. Glücklicherweise ist das nur eine Kunstaktion. Klar ist aber: Die Luft an der Küste wird dünner, symbolisch gesprochen. Deswegen beschäftigt sich auch die Biologin Franziska Seer (30), wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Kiel am Institut für Ökosystemforschung, mit dem Thema: Wie kann man zukünftig Tourismus und Naturschutz am Strand miteinander vereinbaren, wenn der Platz immer geringer wird?

 „Es sollten klare Regelungen eingeführt werden“, so Seer. Eine Möglichkeit sei es, den oberen Strandabschnitt durch Zäune vom meerseitigen abzutrennen, um die Natur zu schützen. Denn Naturschutz sei zugleich auch Küstenschutz: Die Pflanzen Meerkohl und auch die Salzmiere würden den Sand zusammenhalten und der Erosion vorbeugen. Werden sie jedoch betreten, gehen sie kaputt und verlieren ihre Schutzfunktion. Erforderlich sei eine landesweite Planung unter der Frage, wo die Kernräume seien. Sinnvoll sei das auch für den Klimaschutz.

 Eva Bäumler, Studentin für Textil- und Flächendesign von der Kunsthochschule Weißensee in Berlin, sieht eine Möglichkeit darin, bestimmte Strandabschnitte naturbelassen zu behalten und andere für die Nutzung zu öffnen. „Lassen wir doch das Seegras partiell liegen. Dadurch würden dort wieder Pflanzen wachsen und gedeihen, an denen sich auch die Touristen freuen könnten. Auch würden so Inseln entstehen, die Schatten geben könnten wie Meerkohl, der bis zu 50 Zentimeter hoch und zwei Meter im Durchmesser werden könne. „Entnehmen wir doch nicht alles unreflektiert dem Küstensaum und lassen der Natur ihre Schutzfunktion“, plädiert sie für ein Umdenken.

 Zum Umdenken fordern auch die Schüler des zehnten Jahrgangs der Jungmannschule mit einem vorgestellten Projekt auf. „Urlaub mitten in der Natur“, wirbt ein Campingplatz in Schwansen. Dicht an dicht reihen sich die Plätze am Ufersaum der Eckernförder Bucht. „Ob das auch für die Natur gut ist?“ Diese Frage stellen die Schüler in den Raum, jeder Betrachter mag sie angesichts von tausenden meist weißen Wohnwagen auf den Luftaufnahmen für sich selbst beantworten. Die Gebäude sind oft alt, es gibt viele versiegelte Flächen und asphaltierte Straßen, für Flora und Fauna bleibt wenig Raum.

 „Mach mit“, fordert auch die Klima-Kunst-Kampagne zur 21. Welt-Klimakonferenz in ihrem Stand am Jaichhafen auf. Die Kampagne des Vereins Bildungscent, gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz richtet sich direkt an Schüler. Bis zum 17. Juli können Bewerber noch Lösungen für konkreter Umwelt- und Klimaprobleme abgeben.

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