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Entscheidung enttäuscht

Kiesabbau Brekendorf Entscheidung enttäuscht

Schlag ins Kontor für die Gemeinde Brekendorf: Die Untere Wasserbehörde des Kreises hat den Planfeststellungsbeschluss für das Kiesabbauvorhaben nördlich des Dorfes gefasst.

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Obwohl Gemeinde und Bürger das Vorhaben ablehnen, hat der Kreis den Planfeststellungsbeschluss für den Kiesabbau gefasst.

Quelle: Birgit Johann

Brekendorf. Dies teilten Donnerstag Ralf-Dieter Beck, stellvertretender Leiter dieser Behörde, und Fachgruppenleiterin Susanne Mieth mit. Auf einer Fläche von 9,76 Hektar und in einem Zeitraum von zehn Jahren sollen in Brekendorf 700.000 Kubikmeter Kies und Sand entnommen werden.

 Gegen dieses von der Gemeinde abgelehnte Projekt liegt dem Kreis auch eine Vielzahl von Bürgereinwendungen vor. Die Brekendorfer befürchten massive Beeinträchtigungen durch Staub und den bevorstehenden Lkw-Verkehr, sehen den Erholungswert stark eingeschränkt und haben Angst um das Grundwasser. Nach Abwägung aller Fakten gäbe es aber dennoch keine hinreichenden Gründe gegen den Kiesabbau, sagte Beck. Der Kreis dürfe das Verfahren nach Paragraf 125 des Landeswassergesetzes nicht verhindern. Gleichwohl habe man 98 Auflagen eingeflochten. So sei die Betriebszeit auf werktags zwischen 6.30 und 17.30 Uhr begrenzt worden. Die parallel zum Nielander Weg zu bauende, etwa 600 Meter lange und in die K52 mündende Zuwegung müsse da, wo sie nicht asphaltiert sei, aus festem Recyclingmaterial bestehen. Pro Tag seien 50 Fahrten erlaubt. Jeder mit Kies beladene Laster habe eine Reifenwaschanlage zu passieren. Auf die Route durchs Dorf verzichte der Abbauunternehmer per schriftlicher Erklärung freiwillig.

 Hinsichtlich des Grundwassers sieht Beck keine Gefährdung. Der Unternehmer müsse eine Bürgschaft hinterlegen und notfalls für Schäden aufkommen. Die Auskiesung sei in vier Abschnitten geplant, das Gros davon im Nassabbau. Parallel werde auf 500 Metern Länge die Brekendorfer Au entrohrt und renaturiert. Am Ende müsse die gesamte Fläche rekultiviert werden. Hinsichtlich seines Wertes für die Natur profitiere letztlich das bisher landwirtschaftlich genutzte Areal, findet Beck.

 Brekendorfs Bürgermeister Gerhard Guthardt ist tief enttäuscht. Weder die Planungshoheit der Gemeinde noch die Einwendungen der Bürger seien berücksichtigt worden. Die Gemeinde werde den Beschluss juristisch prüfen lassen. Innerhalb eines Monats kann dagegen beim Verwaltungsgericht Schleswig geklagt werden.

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