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Orgelbaukunst im Dänischen Wohld

Kreiskult(o)ur führt auch nach Gettorf Orgelbaukunst im Dänischen Wohld

Von der Schweiz bis nach Schweden sorgen Ulrich und Kirsten Babel in Kirchen für den guten Ton. Im Rahmen der Kreiskult(o)ur 3 am Sonnabend, 1. Oktober, öffnen die beiden Orgelbaumeister ihre Werkstatt in Gettorf und geben Einblick in ihr von nur wenigen Spezialisten betriebenes Handwerk.

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Auf der Kreiskult(o)ur wird auch bei den Orgelbaumeistern Kirsten und Ulrich Babel in Gettorf Station gemacht. Das Ehepaar hat sich für das Foto hinter einem historischen Druckluft-Harmonium (li.) und einer Truhenorgel – Kirsten Babels Meisterstück – aufgebaut.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Insgesamt vier Stationen hat Kreiskulturbeauftragter Reinhard F rank für die Kult(o)ur vorbereitet. Ziel sei es, „das breitbandige und vielfältige Angebot von Kunst und Kultur im Kreis vorzustellen und erlebbar zu machen“, erklärt er. „Gleichzeitig“, so sagt er, „werden die Wichtigkeit von Architektur, Kunst und Kultur sowie deren Wertschätzung im täglichen Leben und für das eigene Bewusstsein deutlich.“ Wie ein roter Faden bestimme die Wechselwirkung von sichtbarer Außen- und Innenarchitektur bis hin zur emotionalen Betroffenheit den Ablauf dieser dritten Kult(o)ur.

 In ganz Schleswig-Holstein sind lediglich sieben Orgelbaumeister tätig. Zwei davon haben sich vor 27 Jahren in Gettorf selbstständig gemacht: Kirsten und Ulrich Babel. Er stammt aus Franken, sie aus Baden-Württemberg. Beide vereint eine große Liebe zur Königin der Instrumente. „Schon als Kind hatte ich den Wunsch, Orgelbauerin zu werden“, sagt Kirsten Babel, die 1999 ihre Prüfung als Meisterin im Orgel- und Harmoniumbau mit Auszeichnung abschloss. Ihr Meisterstück, eine Truhenorgel aus feinster Eiche, verleiht sie gelegentlich als Continuo-Instrument (Begleit-Instrument). 2009 absolvierte sie eine Zusatzausbildung zur Restauratorin im Orgelbau. Die Gettorferin ist nach eigenen Angaben bundesweit die einzige Frau mit dieser speziellen Qualifikation.

 Schwerpunktmäßig ist das Ehepaar Babel damit beschäftigt, alte Orgeln zu restaurieren und zu warten. Zu den größten Aufträgen aus der Region gehörte 1996 der Umbau der Orgel von St. Nikolai in Kiel. Der jüngste Neubauauftrag – eine Orgel für die Kirche in Owschlag – liegt sechs Jahre zurück.

 In der kommenden Woche warten die Babels die Orgel in der Gettorfer St.-Jürgen-Kirche. Ab dem 16. September wird mit einer Konzertreihe der 150. Geburtstag dieses aus der Werkstatt von Marcussen/Apenrade stammenden Instruments gefeiert (die KN berichteten).

 Die weiteren Stationen der 3. Kreiskult(o)ur:

 Alte Fischräucherei Eckernförde. Gelände der früheren Räucherei Hopp in der Gudewerdtstraße, die zu einer Museumsräucherei reaktiviert wurde, ist Zeugnis der großen Räucherei-Tradition des Ostseebades. Im Herzen dieses Altstadt-Gebäudekomplexes sind zwei der insgesamt sechs Altonaer Räucheröfen wieder funktionstüchtig. Im Zentrum Eckernfördes wird einem breiten Publikum regelmäßig der Zugang zur alten Kulturtechnik des Räucherns in authentischer Umgebung ermöglicht.

 Kolonistenhof Alt Duvenstedt. Auf der Kult(o)ur werden dort Künstler des Vereins Kunst und Kultur Hüttener Berge über den Skulpturenweg führen.

 Papenwohld Klein Wittensee. Kult(o)ur-Teilnehmer erleben die erste Papenwohld Artist Residency auf diesem kulturell und musikalisch genutzten Resthof. Reinhard Frank: „Die Künstler haben eine Überraschung vorbereitet, die man an diesem Ort niemals erwartet hätte.“

 Kreiskult(o)ur am 1. Oktober, Bus-Abfahrt 8.45 Uhr Rendsburg (Paradeplatz), 9.30 Uhr Eckernförde (ZOB). 35 Euro. Anmeldungen nur per Vorkasse. Bankverbindung per Mail (info@kulturreportagen-frank.de) oder telefonisch (04875/828; AB) erfragen.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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