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Gefahr für Ross und Radler

K86/Brekendorf Gefahr für Ross und Radler

Ein schwerer Silotransporter begegnet einem Reisebus. Auf Kreis-, Landes- und Bundesstraßen sollten solche Szenen nicht zu Konflikten führen, tun sie aber auf der K 86 zwischen Brekendorf, Wolfskrug und Güby ständig.

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Eng, kurvig und unübersichtlich: Die Brekendorferinnen Kerstin Wagner und Nele Trültzsch an der Einfahrt zu ihren Wohnungen an der K 86. Auf der Fahrbahn können sich gerade mal zwei Pkw begegnen.

Quelle: Birgit Johann

Brekendorf. Mit einer Breite von nur 4,70 Metern, ohne Mittelstreifen und ohne nennenswerte Bankette ist diese viel befahrene, kurvige Kreisstraße am Westrand der Hüttener Berge angesichts solcher Begegnungen restlos überfordert. Anliegerin Kerstin Wagner schlägt Alarm.

„Was ist mit Radfahrern, Fußgängern und Reitern?“, fragt die Brekendorferin. Die Hüttener Berge seien schließlich Tourismusregion. Die Architektin hat selbst vier Reitpferde, und um zum nächsten Reitweg zu gelangen, muss sie mit ihren Tieren einige Meter am hoch gefährlichen Fahrbahnrand entlang. Als kürzlich ein massiges landwirtschaftliches Fahrzeug ihretwegen bremsen musste, öffnete der Fahrer seine Tür und beschimpfte die Brekendorferin: Ob sie nicht wisse, wie gefährlich das sei, was sie tue?!

Kerstin Wagner wohnt seit 2009 an der K 86 und ihr sind deren Gefahren zutiefst bewusst. Sämtliche verantwortliche Verwaltungsstellen bis zur Landesebene hat sie bereits angeschrieben, Vertreter der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde des Kreises haben schon mehrere Ortstermine absolviert. „Es gibt einen langen Schriftverkehr“, bestätigt Kreisfachgruppenleiter Andreas Brück. Man habe sich ausgiebig mit der K 86 befasst und seit einigen Monaten sei die Geschwindigkeit punktuell auf 60 Kilometer pro Stunde begrenzt worden. Mehr sei nicht drin und der Kreis gehalten, mit der Aufstellung von Schildern restriktiv umzugehen. Stichwort „Schilderwald“. Brück betonte, dass die Verkehrsteilnehmer angesichts einer so unübersichtlichen Straße nach Paragraf drei der Straßenverkehrsordnung zu angepasstem Fahrverhalten verpflichtet seien.

Die Tempo-60-Beschilderung sei richtig und gut, erklärt Kerstin Wagner. Für besagtes Stück vor ihrer Haustür und in Richtung Wolfskrug gelte sie aber nicht mehr.

Außerdem ist die zu geringe Straßenbreite und die Gefährdung der Radler und Reiter damit nicht aus der Welt. 5,50 Meter Breite sollten es bei Straßen mit erlaubter Max-Geschwindigkeit von 100 km/h schon sein, schreibt die Uni Bochum als Ergebnis ihrer Untersuchung von Straßenbreite und Verkehrsfluss im Jahre 1996 – wenn viele Brummis unterwegs seien, sogar 6,50 Meter. Auf diese Zahlen ist Kerstin Wagner bei ihren Recherchen gestoßen. Dass die K 86 wegen der Knicks auf beiden Seiten schwerlich verbreitert werden kann, ist ihr klar. Aber gar nichts zu tun, erscheint ihr angesichts etlicher fataler Unfälle in der Vergangenheit als unverantwortlich. „Am schönsten wäre natürlich ein Radweg“, sagt sie. Erst ab Wolfskrug existiert einer, teilweise jenseits des Knicks. Die Fortsetzung in Richtung Brekendorf steht zurzeit mangels finanzieller Mittel der öffentlichen Hand in den Sternen.

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