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Weißer Riese begeistert empfangen

Eckernförde Weißer Riese begeistert empfangen

„Wo die Nordseewellen spülen an den Strand...“, sang der Shanty-Chor aus Schleswig zur Begrüßung. Geografisch war das zwar nicht richtig, schließlich schnupperten die 798 Passagiere, die mit Tenderbooten an Land gebracht wurden, eindeutig Ostseeluft. Mit der „Albatros“ ging vor Eckernförde erstmals ein stattliches Kreuzfahrtschiff vor Anker.

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Das Kreuzfahrtschiff "Albatros" brachte Gäste auch nach Eckernförde.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Stimmungsvoll war der Gesang aus 15 kräftigen Kehlen aber allemal. Und dem Anlass angemessen sowieso.

Dass eigentlich Heiligenhafen für den ersten Landgang mit einem Abstecher nach Lübeck vorgesehen war, sorgte nur kurzfristig für Enttäuschung. Die Reederei Phoenix sah sich gezwungen, die Route kurzfristig zu ändern. In Heiligenhafen hätten die Passagiere für das Übersetzen an Land rund 40 Minuten in Kauf nehmen müssen. In Eckernförde ging das in knapp zehn Minuten über die Bühne. Peter Vieweg, einer der rund 800 Passagiere, nahm’s mit bayerischer Gelassenheit. „Ich hatte mich auf Lübeck gefreut“, erzählte der 62-jährige Regensburger, fand nach einem kurzen Blick über den Hafen aber auch Eckernförde auf Anhieb schön. Für ihn ist die Kreuzfahrt durch die Ostsee nicht der erste Törn an Bord des weißen Riesen. „Nicht zu groß, nicht zu klein. Das passt“, mag Vieweg das Leben an Bord der 200 Meter langen „Albatros“.

Beeindruckt zeigten sich die Passagiere, die bei richtigem Ausflugswetter mit Tenderbooten in den Hafen gebracht wurden, vom Empfang im Ostseebad. Während der Shanty-Chor von der „Kleinen, weißen Möwe“ sang, hatte Touristik-Mitarbeiterin Sabrina Bock alle Hände voll zu tun. Jeder Neuankömmling bekam einen Stadtplan in die Hand gedrückt, verbunden mit dem Hinweis, dass es nach dem Spaziergang über die Holzbrücke nur wenige hundert Meter bis in die Altstadt beziehungsweise die Fußgängerzone seien. Viele nutzten die Möglichkeit, Eckernförde während einer gut einstündigen Führung kennenzulernen, andere stiegen in die „Bimmelbahn“, um ganz geruhsam die Schönheiten der Stadt kennenzulernen.

Die örtlichen Geschäftsleute und Gastronomen waren auf den Ansturm der Gäste eingestellt. Touristikchef Stefan Borgmann hatte noch am Freitag über den kurzfristigen Besuch der „Albatros“ informiert. „Jeder Passagier eines Kreuzfahrtschiffes gibt während eines Landgangs rund 40 Euro aus“, informierte Borgmann. Das lohne sich also auch für den Handel.

Dass trotz der Kurzfristigkeit der Kursänderung in Eckernförde alles perfekt ablief, freute auch Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens und seinen Mitarbeiter Dirk Bock. Letzterer ist geschult für die zertifizierte Sicherheit am Hafen. Steg und Parkplatz waren vorher geräumt und mit Gittern abgesperrt worden. Grund hierfür ist der ISPS-Standard (International Ship Port Security). Stephan Salzig und Christian Aigner von der Behörde für Hafenanlagen Sicherheit hatten keinerlei Grund für Beanstandungen und erklärten das Prozedere. Wer am Abend aufs Schiff zurückkehren wolle, müsse seine Berechtigung in Form einer Bordkarte vorweisen. Außerdem würden Einkaufstaschen stichprobenartig kontrolliert. Auf der „Albatros“ müssten sich anschließend alle Passagiere einer sogenannten X-Ray-Kontrolle unterziehen, um zu verhindern, dass Waffen oder Sprengstoff an Bord gelangen.

Dass nicht alle Eckernförder von der Ankunft des Kreuzfahrers wussten, dokumentiert eine kleine Episode: Ein junges Mädchen teilte am Hafen ganz aufgeregt einer Freundin per Handy mit, dass ein großes Schiff direkt vor der Mole auf Grund gelaufen sei und die Passagiere nun mit Rettungsbooten an Land gebracht werden müssten.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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