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Verwirrung um neue Schulbus-Regeln

Gettorf Verwirrung um neue Schulbus-Regeln

Der Ärger um die Schülerbeförderung nimmt kein Ende. Nach jahrelanger politischer Diskussion um die Satzungsänderung des Kreises Rendsburg-Eckernförde herrscht nun so viel Verwirrung, dass einzelne Träger ihre eigenen Regeln schaffen wollen.

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Wer darf künftig einsteigen? Über die Auslegung der Schülerbeförderungssatzung wird in Gettorf diskutiert.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf/Rendsburg. Der Schulverband Gettorf und Umgegend will vor allem verhindern, dass Schüler aus seinem Gebiet zu anderen Schulen abwandern. Hintergrund ist der jüngste Beschluss des Kreistages, dass ab dem kommenden Schuljahr auch Fahrten bezuschusst werden, die nicht zur nächstgelegenen Schule führen. Die Träger rebellieren jedoch. „Das ist fatal für die Schulverbände“, sagt etwa Wolfgang Kerber, Vorsitzender des Finanzausschusses im Schulverband Gettorf und Umgegend. In seinem Gremium wurde jetzt über die Auswirkungen diskutiert. Die Politiker befürchten, dass künftig weniger Kinder mit den vom Verband bezahlten Bussen fahren und damit die Einnahmen sinken.

Schulverband diskutiert über eigene Satzung

Wer eine bezuschusste Fahrkarte erhält, wird an der Entfernung zur nächsten Schule festgemacht. Berechnet wird derzeit ab einem festgelegten Mittelpunkt im Wohnort des betreffenden Schülers. Ab dem kommenden Schuljahr soll aber jede konkrete Wohnadresse zugrunde gelegt werden. Da sich die Gemeinden häufig über weitläufige Gebiete erstrecken, wird bei den Trägern befürchtet, dass viel weniger Schüler in den Genuss des Zuschusses kommen. Das könnten viele Eltern umgehen, indem sie ihr Kind einfach zu einer anderen als der nächstgelegenen Schule schicken, warnt Wolfgang Kerber. Denn für diese Fahrt müsse ab 2018 nicht mehr der reguläre Fahrpreis, sondern nur der doppelte Satz der Eigenbeteiligung bezahlt werden – insgesamt 168 Euro. In den Augen des Schulverbandes ist das Sprengstoff, weil viele Schüler abwandern könnten. „Fraglich ist, ob diese Auswirkung der Kreissatzung bei dem Erlass durch den Kreis bedacht wurde“, heißt es spitz in der Verwaltungsvorlage für den Finanzausschuss. Deshalb wird im Schulverband darüber diskutiert, eine eigene Satzung zu erlassen.

Kreis: Sorge der Träger ist unbegründet

Beim Kreis herrscht Unverständnis über die Sorge. „Die Fahrt zu einer anderen Schule wird künftig nur bezuschusst, wenn das Kind bereits einen Anspruch auf Beförderung zur nächstgelegenen Schule hat“, stellt Tim Albrecht (CDU), Vorsitzender des Regionalentwicklungsausschusses, auf KN-Nachfrage klar. Volker Breuer von der Verwaltung bestätigt diesen Grundsatz. Er macht aber auch deutlich, dass die Schulträger durchaus Gestaltungsspielraum haben und ihre eigenen Satzungen erlassen dürfen. „Das darf finanziell nur nicht zu Lasten des Kreises gehen“, sagt er.

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Tilmann Post
Chefreporter Eckernförde

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