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Von Windrädern umzingelt

Kritik im Umweltausschuss Von Windrädern umzingelt

In Eckernförde regt sich Widerstand gegen die weitere Ausweisung von Windenergieflächen rund um das Ostseebad. Vor allem mögliche Windräder am Westufer des Noores und eine Ausweitung des Windparks Altenhof/Holtsee stoßen auf Kritik.

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Blick auf das westliche Noor-Ufer: Die Fotomontage zeigt den Extremfall, wenn alle vorläufigen Eignungsflächen bebaut würden.

Quelle: Frank Metascha/Montage

Eckernförde. In einer ersten Stellungnahme an das Land hat die Stadt ihre Betroffenheit erklärt und fordert eine Beteiligung am weiteren Verfahren. Der Naturschutzbund (Nabu) Eckernförde warnt vor einer Beeinträchtigung des Vogelzugs und des Landschaftsbildes.

 Das Land will die Eignungsflächen für Windenergie in Schleswig-Holstein verdoppeln. Ein aktueller Entwurf der Eignungskarte zeigt Suchräume für mögliche Wind-Areale auf sieben Prozent der Landesfläche, die später auf zwei Prozent eingedampft werden sollen. Würden alle vorläufigen Eignungsflächen umgesetzt, „wäre Eckernförde perfekt von Windanlagen umzingelt“, sagen die beiden Landschaftsplaner und Nabu-Vertreter Matthias Valkema und Frank Metasch. Sie hielten Mittwochabend im Umweltausschuss einen Vortrag über Windenergieanlagen um Eckernförde aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes.

 Dabei ging es den Referenten nicht darum, gegen Windenergie zu reden. „Uns ist es wichtig, dass unpassende Standorte gestrichen werden“, sagt Valkema. Und unpassend aus Eckernförder Sicht sind nach Auffassung der beiden Planer vor allem Flächen am Westufer des Noores und zusätzliche Flächen im Goosseebereich. Ein Argument: Die große Vogelzugroute Fehmarn-Nordsee-Wasserweg verläuft über der Eckernförder Bucht. Dort teilt sie sich in eine nördliche Route über Windebyer Noor und Schlei und eine südliche über Goossee und Wittensee. Beide möglichen Windflächen würden daher zum Störfaktor für den Vogelzug werden, so Valkema.

 Die Referenten befürchten nicht nur einen dramatischen Anstieg toter Vögel durch zusätzliche Windräder, sondern aus landschaftsplanerischer Sicht auch eine starke Beeinträchtigung charakteristischer Landschaftsräume. 180 Meter hohe Anlagen, wie sie im Windpark Altenhof/Holtsee stehen, sind bis zu 20 Kilometer weit zu sehen. Elf Anlagen sind laut Metasch auf der anderen Seite der Bucht in Schwansen geplant. Auch der Blick über das Windebyer Noor würde sich drastisch verändern, wenn in einem Worst-Case-Szenario dort alle Eignungsflächen bebaut würden. Metasch: „Rund um Eckernförde sind zu viele Flächen ausgewiesen“. Das könne auch zum Problem für den Tourismus werden.

 In einem ersten Schritt hat die Stadt das Land aufgefordert, am weiteren Verfahren beteiligt zu werden. Im dritten Quartal dieses Jahres ist eine öffentliche Anhörung zur Eignungskarte geplant. Bis dahin soll eine Stellungnahme erarbeitet werden. Sibbel spricht sich dafür aus, im Vorfeld Kontakt mit den betroffenen Umlandgemeinden aufzunehmen. „Wir sollten versuchen, zu einer gemeinsamen Stellungnahme zu kommen.“ Unterdessen haben 42 Anwohner der Wilhelm-Lehmann-Straße gegen die Ausweitung von Windenergieflächen schriftlich Bedenken bei der Landesplanung angemeldet.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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