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Farbenspiele vor dem Abgrund

Künstler Volker Altenhof Farbenspiele vor dem Abgrund

Ein Künstlerleben aus der Farbfülle, aus den Elementen schöpfend direkt am Abgrund: Der Maler Volker Altenhof wohnt und arbeitet versteckt im Wald von Altenhof, nur ein paar Meter vor der näher rückenden Steilküstenkante. Jetzt öffnet er den besonderen Ort für Besucher.

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Direkt vor Volker Altenhofs verstecktem Wohnhaus und Atelier rückt die Steilküste stetig näher. Die Verbundenheit mit den Elementen spricht aus seiner Temperamalerei. Auch wenn sich Bilder wie dieses in diesem einen Augenblick nahtlos in den Ausblick fügen, „sind sie topografisch nicht verortet “, sagt der Künstler.

Quelle: Cornelia Müller

Altenhof. Der Wanderweg ab Kiekut an der B76 führt Ortskundige hoch auf die Steilküste. Wer sich nicht auskennt, bleibt zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem privaten Asphaltsträßchen durch den Wald, bis ein Schild in den gewundenen Sandweg weist. Es geht auf und ab, nach links, nach rechts. Kein Haus ist in Sicht, Zweifel kommen auf. Ist das der richtige Pfad? Wer weiterwandert, den lädt das offene Tor ein.

 Unter mächtigen Bäumen duckt sich das Fachwerkhaus des Künstlers. Über dem Reetdach rauscht Wind in den Wipfeln. Zum Eingang geht es über den kleinen Rasenplatz mit dem atemberaubenden Blick: ein Ausschnitt Meer, Himmel und Weite, gerahmt von Buchengrün, unten begrenzt von bröckelnder Kante. „Willkommen am Land’s End“, begrüßt Volker Altenhof den Wanderer lächelnd. Unten liegt der steinige Wassersaum, der zurück bleibt, wenn wieder ein Stück Küste hinabgestürzt ist. Zwei Schwäne schwimmen durchs Bild, Wolkentürme verändern ihre Form. Statisch ist hier nichts. Trotzdem strahlt der Ort Stille aus. Schlägt hier gerade der Ruhepuls der Erde?

 Seit 1987 hat Altenhof hier die veränderlichen Küstengemälde von Hand der Natur vor Augen, wenn er aus dem Atelierfenster blickt. „Das erweckt innere Bilder und beflügelt Emotionen“, sagt er. Auch vorher wohnte er schon im Wald in Forsthäusern. „Doch dieser waldige Küstenabschnitt, der die Unkalkulierbarkeit des Bodens unter den Füßen spürbar macht, hat besonderen Einfluss auf meine Malerei. Topografisch festgelegt ist sie dabei nicht.“ Unverkennbar vom Licht- und Farbspiel des Wassers und des Himmels inspiriert sind die meisten der Arbeiten, die er im Atelier und den Wohnräumen bis Donnerstag, 25. August, an vier Tagen der Woche zugänglich macht.

 Seine Temperatechnik verleiht schimmerndem Blau, einsaugendem Rot, flirrendem Grün die subtile Vielfarbigkeit der Tiefe des Raumes. Von Abbildern lässt sich nicht reden, wenn auf der Leinwand eine Wolke, ein Bootsumriss, ein Fisch auftauchen. Altenhofs Zeichensprache schlägt innere Saiten an. Das Forschen, woher der Seelenklang genau rührt, schickt den Betrachter auf eine Reise ins Selbst – wenn er sich einlässt. Oder er gibt sich einfach der Freude an der Farbklaviatur hin, die in der Ausstellung auf der hohen Küste Virtuosität beweist.

 1977-1982 ausgebildet an der Muthesius-Hochschule Kiel eröffnete sich Altenhof eine Laufbahn, die Malen und Reisen vereint. 150 Ausstellungen hat er bestückt, arbeitet auch im kleinen Zweitdomizil in Griechenland, wurde mit einem Reisestipendium in den Jemen vom Land Schleswig-Holstein belohnt. Er ist mit großformatigen Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen sowie in den Landesmuseen vertreten und erfüllt Lehraufträge in Hamburg.

 Volker Altenhof, Sommerausstellung auf der Steilküste bis 25. August, Do-Sa jeweils 14-18 Uhr, gut 20 Minuten Fußweg vom Parkplatz Friedwald bei Kiekut/B 76 (kurz vor Eckernförde aus Richtung Kiel). Der Weg ist an den Öffnungstagen ausgeschildert.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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