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Bekommt der Strand neuen Sand?

Küstenschutz an der Promenade Bekommt der Strand neuen Sand?

Ein Geschenk, dessen Platzierung die Stadt Geld kostet, das dafür aber Jahrzehnte schützende Wirkung zeigt: Der Bund bietet Eckernförde 6000 Kubikmeter feinsten weißen Ostseesand gratis an. Damit könnte der Küstenschutz im Bereich Am Dang gestärkt werden.

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Bei Niedrigwasser bleiben Seen auf dem Abschnitt Am Dang zurück. Hier fehlt bereits sehr viel Sand. Das Deckwerk am Strand liegt teilweise sogar frei.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Kräftiger Südwestwind fegt am Freitagmorgen über den Strand von Eckernförde. Wo sonst Meeresboden ist, schwimmen Möwen auf kleinen Strandseen. Der Spaziergang in Gummistiefeln macht hier Spaß. Aber das schöne Bild offenbart auch Mangel. „Wo sich Mulden bilden, sind Massen an Sand ausgewaschen und in Richtung Hafenmole transportiert oder in die Ostsee zurück gespült worden“, erläutert Michael Packschies, Leiter der Abteilung Naturschutz und Landschaftsplanung im Rathaus. „Gravierender ist, dass auch auf dem eigentlichen Strand schon extrem viel Sand fehlt.“ Das Deckwerk aus großen Steinen, auf dem die Promenade verläuft, ist seitlich bereits frei geweht. Schützender Bewuchs kann sich an vielen Stellen nicht mehr halten. „Bei Oststurm droht die Unterspülung des Walls. Eckernförde muss in Kürze handeln“, betont er.

 Da kam das Angebot des Landesamtes für Küstenschutz gerade recht: All den Sand, der im Winter aus der Lagune Aschau gebaggert werden muss „und schon auf Reinheit untersucht ist“, würde man der Stadt schenken. Eigentümer des Aschauer Hafens ist der Bund, der ihn für militärische Zwecke frei hält. Von südwestlich gelegenen Steilküsten der Bucht abgetragener Sand lagert sich hier und auch am Eckernförder Südstrand ab. Der Kurstrand bekommt davon nichts ab, weil die lange Mole der WTD wie eine überdimensionale Buhne wirkt.

 Haken an der Sache: Der Sand müsste in Schuten bis zum Hafen transportiert werden, weil Schiffe aufgrund der geringen Wassertiefe nicht bis vor den Strand fahren können. „Er muss dann mit Lastwagen auf den Strand in Höhe Ruderclub gefahren und mit Baggern auslaufend vom Deckwerk bis in den Flachwasserbereich verteilt werden“, sagt Packschies. „Die Laster würden fahren, wenn keiner am Strand ist. Hin geht es am Jungfernsteig, zurück auf der Promenade. Für leere Lkw ist sie ausgelegt.“ Diese Kosten, die laut Packschies „zwischen 25000 und 80000 Euro liegen dürften“, müsste die Stadt zahlen. Der Finanz- und der Umweltausschuss haben schon signalisiert, dass sie das Projekt prinzipiell mittragen. Untere Naturschutzbehörde wie Wasser- und Schifffahrtsamt müssten ebenfalls schnell zustimmen. Wie viel Sand wo genau ergänzt werden muss, wird jetzt geprüft. Ratsherr Thorsten Peuster (Bürger-Forum), der Taucher ist, will unter Wasser vermessen, denn die Sandzufuhr darf geschützte Seegraswiesen nicht stören.

 „Von der Maßnahme hätte Eckernförde 40 Jahre gut. Zuletzt ist vor 45 Jahren aufgeschüttet worden“, wirbt Packschies für die Sache. Dass der Strand in Höhe Ruderclub breiter und schöner werden würde, „ist ein Nebeneffekt, der Badegästen gefällt. Aber er wird nicht von Dauer sein und ist nicht das Ziel.“

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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