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Unikate mit Augenzwinkern

Kunst aus Streichholzschachteln Unikate mit Augenzwinkern

Wie viele Zündhölzer stecken in 1000 Streichholzschachteln? Rita Frindt könnte es wissen. Die Künstlerin mit Atelier in Eckernförde hat mindestens so viele Schächtelchen geleert, zerlegt, sie malend zum Leben erweckt. Zu Schachtelwesen. Ihr neues Projekt: der Zirkus-Schachtel-Kalender.

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Künstlerin Rita Frindt ist die Erfinderin der Schachtelwesen. Im Atelier auf der Carlshöhe Eckernförde ist aus Streichholzschachtelkunst ein Kalender erwachsen. Man darf gespannt sein, was noch aus den Zündhölzern wird.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. „Nein, ich habe die Zündhölzer nie gezählt“, sagt sie lächelnd. „Auch meine Streichholzschachtelwesen nicht. Über 1000 sind es sicher.“ Die Künstlerin, die sich im Studium auf Illustration spezialisiert hat, nutzt seit Jahren aufgefaltetes Verpackungsmaterial aus Pappe als Malgrund. Aus den teils bizarren ausgestanzten Formen entwickelt sie Figuren, Gesichter, farbige Welten. „Irgendwann habe ich eine Zündholzschachtel zerlegt und mich drangesetzt“, erzählt sie sich. „Sofort erinnerte mich die Form der Schachtelschublade an das Tigerfell aus dem Sketch Dinner for One. So mutierten die ersten winzigen Leinwände zu Tiger und Leopard.“

 Seit 2009 ist der Malspaß im Miniaturformat Leidenschaft. Hochzeitspaare, Schwimmer mit bissigen Krokodilen, Dirigenten, Ärzte im Job, Biobauern, Vogelscheuchen, Tänzer – der aus Köln stammenden Künstlerin kommt keiner mehr unter, der nicht Platz auf winzigen Schachteln findet. Ihr rheinischer Humor, die sichere Skizze auf dem grundierte Kartönchen und das sich spontan entfaltende Farbfeuerwerk bringen unverwechselbare Unikate mit Augenzwinkern hervor. Längst sind die kleinen Kunstwesen, auf klaren Acrylglasplatten „gerahmt“, zu Sammelobjekten avanciert.

 Da nicht jeder gleich eine Kollektion kauft, aber viele trotzdem Vielfalt wollen, gibt es den Schachtelwesenkalender. Was ist besonders am Abbild eines Kunstwerks mit Kalendarium? Rita Frindt wäre nicht sie selbst, wenn nicht auch die Vorlagen für Kalenderblätter eine skurrile Geschichte hätten. „Ich male sie speziell dafür. Und dann bekommen die Wesen, die ja meine Fantasiebilder sind, spontan eine Umgebung aus Stichzeichnungen. Das hat sich von selbst entwickelt. Merkwürdigerweise stellen sie trotz der Reduktion mehr Realität als der bunte Mittelpunkt dar.“ So wird die spontane Illustration zum Rahmen fürs Minigemälde.

 Die zwölf Motive zum Thema Zirkus ließ sie sich einfallen, „weil mich jemand fragte, wann mein Zirkus-Kalender fertig sei“, gibt sie preis. „Diejenige hatte sich geirrt, denn das hatte ich nie vor. Da erwachten plötzlich alle diese bunten Vorstellungen aus der Kindheit vor meinem inneren Auge.“ Der Clown, der sich als Erster lustig auf dem Schachtelgrund verrenkte, bleibt darum im Original auch unverkäuflich. „Auch ich habe die Dinger lieb“, gesteht sie verschmitzt und verkündet zugleich: „Schachtelwesen goes international!“ Das Kalendarium 2017 ist nämlich deutsch und dänisch beschriftet. Einen immerwährenden Geburtstagskalender hat die Künstlerin Rita Frindt aus dem Atelierhaus Carlshöhe noch nachgelegt.

 Kostproben der Schachtelkunst in einem Meer von Zündhölzern zeigt die Schau in der Flur-Vitrine Eckernförde, St.-Nicolai-Straße 24. Infos, Atelierbesuch, Bestellung: www.schachtelwesen.de

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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