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Kutter-Ära „Nordland III“ geht zu Ende

Strande Kutter-Ära „Nordland III“ geht zu Ende

Die letzte Fahrt der „Nordland III“ ab Strande wird traurig sein: Am 30. September läuft der Kutter noch für eine Seebestattung aus, dann stellen die Familien Pingel und Kähler nach 41 Jahren den Betrieb ein und suchen einen Käufer für ihr Schiff. Ohne die „Nordland III“ wird der Hafen in Strande leer wirken.

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Am Mittwoch legt die „Nordland III“ zum letzten Mal ab. Die Eignerfamilie wird den Kutter verkaufen. Er wird fehlen an der Ostmole von Strande.

Quelle: Cornelia Müller

Strande. Die Sonne strahlt am Montagmorgen warm aufs Deck, der rote Holzrumpf glänzt vor blauem Wasser und heiterem Himmel – ein Tag, an dem man auf dem ehemaligen Fischereikutter am liebsten zur Förderundfahrt oder Angeltour auslaufen würde. „Das ist jetzt vorbei“, sagt Wibke Kähler. „Mir fällt der Abschied schon jetzt sehr, sehr schwer, obwohl das Schiff sicher noch ein paar Monate hier liegt und ich jeden Tag nach dem Rechten sehen werde.“ Kähler, ihr Bruder Jan Pingel und die Mutter Ulrike Pingel, die Eignerin des 24 Meter langen Kutters aus dem Jahr 1944 ist, geben auf, „weil es sich einfach nicht mehr rechnet und sonst irgendwann die Insolvenz drohen würde“. Die gestiegenen Auflagen der Behörden, immer höhere Anforderung der Berufsgenossenschaft See für Holzschiffe, der Rückgang der Angelfahrten, der vor Jahren weggefallene zollfreie Einkauf an Bord – all das summiere sich zu einer Last, „die wir nicht mehr schultern können“.

 Leicht haben sich die Pingels und Wibke Kähler, deren Ehemann Hans-Jürgen als Kapitän Lotsenversetzboote fährt, die Entscheidung nicht gemacht. 1973 kauften Ulrike und Peter Pingel den nach dem Krieg zunächst in Norwegen und später in deutschen Gewässern fahrenden Fischkutter, um ihn für Gästefahrten, Angeltouren und Seebestattungen umzurüsten. Da war Töchterchen Wibke gerade ein Jahr alt. „Mein Bruder und ich sind mit dem Schiff aufgewachsen. Ich wollte immer selbst zur See fahren“, berichtet sie. Später erlernte sie trotzdem einen kaufmännischen Beruf. Vor zehn Jahren erfüllte sie sich doch noch den Traum und machte das sogenannte „kleine Patent“ an der Seefahrtschule Flensburg. Schiffe bis 500 BRZ darf sie seitdem führen.

 „Da tut es weh, wenn man die letzte offizielle Tour mit dem eignen Schiff so kurz vor sich sieht“, sagt sie nachdenklich. „Wir danken allen Gästen aus Nah und Fern, die so lange zu uns gehalten haben, und auch den Strandern. Ich hoffe, dass wir diese Ära im Laufe des Winters gut zum Abschluss bringen. Ein Ende zieht immer auch einen Neubeginn nach sich. So werde ich mir nach einer Pause sicher eine ganz neue Aufgabe suchen. Ich bin sehr froh, dass mein Mann unsere Entscheidung mitträgt.“

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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