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A-capella mit Witz

LaLeLu-Konzert A-capella mit Witz

Es beginnt alles als Partyscherz vor 20 Jahren. Vier Studenten der Hamburger Musikhochschule studieren eine A-cappella-Einlage für die Semesterparty ein. Die kommt so gut an, dass sie eine feste Band gründeten. LaLeLu feiert das in einer einjährigen Geburtstagsparty, die am Freitag in der Eckernförder Stadthalle Station machte.

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Auf ihrer Geburtstagstour kamen LaLeLu am Freitag nach Eckernförde.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Sanna Nyman, Jan Melzer, Tobias Hanf und Frank Valet sind LaLeLu und sie stehen für professionelle A-cappella-Unterhaltung mit Witz und viel Biss und somit gleichzeitig für gepflegte Comedy. Denn sie beschränken sich nicht nur auf das Singen, wie beispielsweise in „When I fall in Love“ (Nat King Cole), das sie unverfälscht vor den 500 Besuchern in der Stadthalle vierstimmig zum Besten geben, sondern sie verfremden die Texte zu bekannten Melodien und kommen teilweise sogar ganz ohne Musik aus, wenn sich Tobias Hanf mit dem lyrischen Element von Peter Maffays „Und es war Sommer“ beschäftigt und seine Gedanken in professoraler Weise am Stehpult vorträgt. Da mag sich mancher Besucher an seine Zeit im germanistischen Seminar an der Uni erinnert gefühlt haben.

Nach „Pennsylvania 6-5000“, einer Hommage an Glenn Miller, bringen die vier Sänger, die mal als Solist, mal im Duett, mal im Quartett ihr Publikum begeistern, eine Parodie auf „Heinrich Kirchner“, besser bekannt als Enrique Iglesias auf die Bühne. Im Gegensatz zu seinem Vater Julio, der gefühlt 400 Millionen Auftritte und ebenso viele Frauen hatte, scheint der Sohn im Schlagergeschäft irgendwie auf der Strecke geblieben zu sein. Immer wieder schleicht er sich heimlich in die LaLeLu-Show, dieses mal glauben sie jedoch, ihn abgehängt zu haben. Vergeblich. Jan Melzer schlüpft in dessen Rolle und intoniert mit stark spanischem Akzent. Und aus der musikalischen Beschreibung einer stinknormalen Autofahrt wird schließlich eine echte Tragödie. Drama, Baby.

Weiter geht’s mit „fliegenden Grünkernbratlingen“ als echter aber unverstandener moderner Kunst und musikalisch interpretiert mit einer Ode von Joseph von Eichendorff, vertont von Johannes Brahms, präsentiert von der Vegetarischen Gesellschaft unter der Leitung von Ferdinand Hirse, bevor LaLeLu über Peter Maffay bei dem fiktiven Schlagersänger Florian Krüger landet. Für ihn, nach langer Zeit auf einem Biobauernhof endlich wieder einmal auf der Bühne, werden vorher vorsorglich Blumen, Stofftiere und Schlüpfer in der ersten Reihe verteilt mit der Maßgabe, sie dem Schlagersänger nach dem dritten Lied zuzuwerfen – was auch mit viel Spaß geschieht.

So holt man sich die Streicheleinheiten. Die hätten die Vier sowieso bekommen. Klasse Unterhaltung mit Witz und Intelligenz, nie unter der Gürtellinie, immer mit viel Grips.

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