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Pläne sorgen für Ernüchterung

Ladenzeile Altenholz-Stift Pläne sorgen für Ernüchterung

Sehnsüchtig warten die Menschen in Altenholz-Stift auf den Neubau der 2014 abgebrannten Ladenzeile. Doch die am Montag im Gymnasium vorgestellten Pläne sorgten für Ernüchterung, vor allem wegen der Ladengröße. Enttäuschend auch die Besucherzahl: Etwa die Hälfte der 300 Stühle blieb unbesetzt.

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Traurige Reste: Nach dem Brand und dem Abriss der Ladenzeile-Reste prägt eine große Brache die Stifter Ortsmitte.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Noch im November hatte Altenholz den Weg für einen bis zu 1200 Quadratmeter großen Markt geebnet, erklärte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Die an der Wirtschaftlichkeit orientierte Realität sieht kleiner aus: Das Unternehmen Ten Brinke verhandelt mit Coop als möglichem Hauptmieter für zehn Jahre über 800 Quadratmeter – davon 570 Quadratmeter Verkaufsfläche. Vieles ist noch im Wandel, doch geplant sind auch 100 Quadratmeter für eine Bäckerei/Café sowie weitere Läden.

Coop-Verkaufsleiter Thomas Loch betonte, der alte Markt habe nur 490 Quadratmeter Verkaufsfläche gehabt. Mit 8000 statt früher 6000 Artikeln sei ein größeres Sortiment geplant. Allerdings ist keine Bedienungstheke vorgesehen. Loch erklärte, bei „800 Quadratmetern ist die Fahnenstange“ wirtschaftlich erreicht. Auf kleinem Raum sei viel möglich: Er verwies auf einen 285 Quadratmeter großen Laden am Kieler Blücherplatz.

Projektentwickler Ten Brinke erklärte, für einen größeren Markt bräuchte Stift etwa 5000 statt 3200 Einwohner. Zudem gibt es große Wettbewerber im Umfeld. Nun sei es das Ziel, weitere Flächen anders zu nutzen, zum Beispiel für Krippengruppen oder Wohnungsbau. Der Ten-Brinke-Vertreter lobte die „sehr konstruktiven Gespräche“ mit der Verwaltung. Auch „zwischen Coop und Ten Brinke ist alles in Sack und Tüten“– was noch fehlt, ist eine Regelung mit dem Besitzer der Fläche.

Zurzeit hakt der Neubau an einer Einigung des Besitzers mit seiner Versicherung. Ten Brinke steht am Scheideweg: Man werde nicht weiter planen, ohne das Grundstück gekauft zu haben. Der Grundstückseigentümer müsse sich demnächst äußern. Wäre ein Bauantrag aber erst mal genehmigt, könnte der Markt innerhalb von sechs, sieben Monaten fertig sein.

Mehrere Besucher der Infoveranstaltung des Bauausschusses sorgten sich, dass der Markt nicht groß und attraktiv genug sei. Die parteilose Gemeindevertreterin Heide König appellierte: „Sie müssen die Verkaufsströme in die Umlandgemeinden stoppen.“ Das könne mit einem Anziehungspunkt gelingen – zum Beispiel einem besonderen Schlachter. Dafür zeigte sich Thomas Loch offen.

Auch Anke Petersen vom „Bücher und Zeitschriften“-Laden sah die Pläne mit Skepsis: Wie soll dieser Markt „dazu führen, dass die Leute wieder in Stift einkaufen?“ Denn die Geschäftsleute im Ort seien auf Synergien angewiesen. „Ich weiß nicht, ob das Ganze eine Zukunft hat“, zweifelte sie.

Jürgen Schlüter (CDU) sah Defizite und regte an, mit anderen Betreibern zu verhandeln. Der Vertreter von Ten Brinke winkte ab: Das sei längst passiert, nur ein Gespräch stehe noch aus: „Coop ist der letzte verbliebene Mohikaner.“ Verabschiedet sich Coop, zieht sich auch Ten Brinke zurück.

Bürgermeister Ehrich betonte, die Verwaltung tue alles, um den Einwohnern ein gutes Angebot zu unterbreiten. Man verhandle ebenfalls mit Interessenten. Letztlich bestehe auch die Option, dass Altenholz das Gelände kaufen könnte: „Aber es kann nicht originärer Auftrag einer Gemeinde sein, einen Supermarkt zu betreiben.“ Der Besitzer, so Ehrich, sei daran interessiert, sein Grundstück gut zu verkaufen oder viele Mieter zu finden: „Letztlich ist es eine Frage des Geldes.“

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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