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„Lampen sind mein Orchester“

Lichtkunst in Eckernförde „Lampen sind mein Orchester“

Mal blau, mal violett, mal gelb verfärben sich die Baumkronen auf dem Eckernförder Kirchplatz. Nicht zufällig wechselt das Farbenspiel der LED-Scheinwerfer. Lichtkünstlerin Gisela Meyer-Hahn hat für das Areal rund um St. Nicolai eigens eine Licht-Komposition entworfen.

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Die leuchtenden Kompositionen von Gisela Meyer-Hahn sind teils auch Liedern nachempfunden. „Man muss sich darauf einlassen“, sagt sie

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. „Lampen sind mein Orchester“, sagt die Pinnebergerin, die aus dem Textildesign kommt und sich seit zehn Jahren mit ihrem Atelier Farbton intensiv dem Lichtspiel widmet. Normalerweise taucht sie Räume zur Musik in farbliche Kompositionen. Dafür erspüre sie die Strukturen von Raum und Klang und interpretiere sie mit dynamisch wechselndem Licht. Wie ein Dirigent steht sie dann am Mischpult und reagiert unmittelbar auf Musik und Raum. „100 Leuchten gleich 100 Schalter“, sagt Meyer-Hahn. Zuletzt hatte sie ein solches Lichtkonzert in Zusammenarbeit mit dem Eckernförder Komponisten Gerald Eckert in Bonn gegeben.

 Der Kirchplatz ist für die Lichtkünstlerin eine Premiere. Zum ersten Mal illuminiere sie einen Außenraum, sagt Meyer-Hahn. Da die Licht-Komposition während des Weihnachtsmarkts durchläuft, ist sie digital programmiert. Über 4000 Farben und Farbwechsel wurden so fixiert. Manche erscheinen recht langsam, andere auch mal als Aufblitzen. Zwar ertönt dazu keine Musik, doch wer genau hinschaut, „kann mitsingen“, sagt die Lichtkünstlerin. Zwei ihrer Stücke sind den Liedern Der Mond ist aufgegangen und Stille Nacht, Heilige Nacht nachempfunden. „Man muss sich nur darauf einlassen“, so Meyer-Hahn. Als Hommage an Eckernförde kreierte sie Welle und Eichhörnchen mit viel Blau, durch das bräunliche Tupfer von Baum zu Baum hüpfen.

 Die Lichtkünstlerin verfügt nach eigenen Worten über die Gabe der Synästhesie. Das heißt: die Kopplung zweier getrennter, physischer Wahrnehmungen. „Wenn ich einen Ton höre, sehe ich innerlich eine Farbe“, sagt Meyer-Hahn. Jüngst wurde sie sogar nach Santiago de Chile eingeladen, um auf der Weltfarbenkonferenz dazu einen Vortrag zu halten.

 Für Licht-Kompositionen hat die Eckernförder Touristik auf Anregung der Kulturbeauftragen Andrea Stephan 13 LED-Scheinwerfer angeschafft, die jetzt auf dem Kirchplatz installiert wurden. „Wir wollten ohnehin die Beleuchtung für den Weihnachtsmarkt überarbeiten“, sagt Touristik-Mitarbeiter Hans-Peter Möller. Somit habe man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die LED-Leuchten sind extrem sparsam. Eine Abend-Illumination soll Strom für nur einen Euro verbrauchen. Das Licht ist nicht grell, sondern atmosphärisch, das Programm unendlich erweiterbar. Die Anlage ließe sich auch bei abendlichen Sommerveranstaltungen einsetzen, blickt Möller voraus.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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