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Eine Ferien-Familie

Landesferienkurs Musik in Noer Eine Ferien-Familie

Wo man singt, da lass Dich nieder. Wer dem Spruch folgt, müsste derzeit nach Noer ziehen. 70 Jugendliche beim Landesferienkurs Musik bringen dort von Freitag bis Sonntag zehn Tage lang das Noerer Schloss zum Klingen.

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Seelenstreichler im Wohnzimmer

Unter Leitung von Gunnar Haase probt das Orchester des Landesferienkurses hier Beethovens „Coriolan-Ouvertüre“.

Quelle: Rainer Krüger

Noer/Schwedeneck. Zum Programm des zehntägigen Lehrgangs im Jugendgästehaus gehört nicht nur die Vorbereitung aufs Konzert am Freitag, 26. August, in der Dreifaltigkeitskirche in Krusendorf, sondern auch auch das nächtliche Singen an der Ostsee.

 „Hier ist es wie in einer schönen Seifenblase im Sommer“, beschreibt Mascha Zippel (18) aus Hamburg schon fast poetisch die Atmosphäre. Zum vierten Mal spielt sie im Orchester mit. Bei der inzwischen 66. Auflage des Kurses übt Leiter Gunnar Haase die Coriolan-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven sowie Auszüge aus einer Sinfonie von Franz Schubert und Passagen aus Bilder einer Ausstellung ein. Täglich von 9.45 bis 12.15 Uhr und 19 bis 20 Uhr ist Orchesterprobe der gut 50 Instrumetalisten. Doch ist ist noch lange nicht die ganze Musik beim Lehrgang. Alle zusammen – also auch die 25 Mitglieder der Big Band und 20 Jugendlichen für den Bereich Alte Musik – bilden den Chor, der von 15 bis 17 Uhr und von 20.15 bis 21 Uhr übt. Aber auch das ist laut Haase noch nicht alles. „Es gibt ein 45-minütiges Morgensingen mit dem, was gefällt. Außerdem geht es nachts an die Ostsee, wo wir den Tag mit einem Lied verabschieden“, so 33-Jährige.

 „Singen verbindet“, erklärt Mascha Zippel die besondere Stimmung. Natürlich hat sie als Geigerin im Hamburger Landesjugendorchester bei früheren Aufenthalten in Noer schon Freunde gefunden. Und:„Wir machen Nachbereitungstreffen“, erzählt sie Montag vor der Vormittagsprobe.

 Eine noch weitere Anreise als die Geigerin hat Posaunistin Swantje Mahncke (19) gehabt. Die Lüneburgerin macht für den Ferienkurs Lernpause vom Mathematik-Studium in Darmstadt. „Obwohl ich am 2. September ein Klasur schreibe, musste es sein. Hier kann ich ständig singen, und automatisch stimmt ein Chor mit ein. Musik schafft hier eine zweite Familie“, schwärmt sie bei ihrer fünften Teilnahme.

 Das Gefühl des Miteinanders zeigt sich auch bei der Besetzung der Ensembles. „Manche Teilnehmer spielen in mehreren. Der Big-Band-Schlagzeuger macht seit vergangenem Jahr auch bei der Blockflöten-Gruppe in der Alten Musik mit“, verrät Haase.

 Obwohl die meisten Jungmusiker zum wiederholen Mal dabei sind, gibt es eine neue Teilnehmerin in prominenter Funktion. Die aus Lettland stammende Gunta Birzina leitet erstmals den Chor. Sie ersetzt Hanna Maria Haase, die Frau des Orchsterleiters. „Sie kann nicht, denn sie muss sich um unseren am 9. März geborenen Sohn Moritz kümmern“, erläutert der Ehemann stolz.

 

 Mit einem Konzert präsentieren Chor und Musikgruppen das Programm, das sie in diesem August eingeübt haben: am Freitag, 26. August, im Schwedenecker Ortsteil Krusendorf. Es beginnt in der Dreifaltigkeitskirche um 20 Uhr. Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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