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122 Edelkarossen bei den „S.H.A.C. Classics“

Tüttendorf 122 Edelkarossen bei den „S.H.A.C. Classics“

Oldtimer-Freunde schnalzten mit der Zunge: Vor dem Herrenhaus auf Gut Wulfshagen parkten am Sonnabendvormittag gleich 122 Edelkarossen – darunter Marken wie Jaguar, Mercedes und Maserati. Anlass war die diesjährige Ausfahrt des Schleswig-Holsteinischen Automobil-Clubs. Kurz: „S.H.A.C. Classics“.

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Vor dem prächtigen Herrenhaus auf Gut Wulfshagen parkten am Sonnabendvormittag 122 sehenswerte Karossen vom VW-Bus bis hin zum Jaguar: Im Mercedes-Cabrio 220 SEb, Baujahr 1965, waren Astrid und Carsten Knopf mit ihren Kindern Constantin und Julia unterwegs.

Quelle: Jan Torben Budde

Tüttendorf. Nach einem Frühstück in einer historischen Scheune auf dem Hof starteten die Old- und Youngtimer sowie Klassiker bei Sonnenschein zu einer 220 Kilometer langen Landpartie.

 Ein echtes Schmuckstück ist das Ford Cabriolet (40 PS, 3,2-Liter-Benzin-Motor), Baujahr 1929, von Günter Schulz. Ehrensache, dass der 76-Jährige seinen Oldtimer mit der Hand wäscht: „Und man sieht sofort jede Verletzung.“ So nennt ein wahrer Liebhaber Kratzer oder Schäden. Er lenkt das Auto bei den Classics, Ehefrau Beate behält die Unterlagen (das „Roadbook“) mit Angaben zu Strecke und Entfernungen im Blick. „Wir sind schon einige Rallyes gefahren, gern in Skandinavien“, denkt Schulz zurück. Der Oldtimer hat sogar einen „Schwiegermutter-Sitz“, eine ironische Bezeichnung für einen ausklappbaren Notsitz. „Aber bei uns durfte die Schwiegermutter immer im Auto sitzen“, sagt der Seniorchef eines Kieler Autohandels augenzwinkernd, dessen Familie gleich mit fünf Oldtimern dabei ist. Er möchte die Strecke ganz gemütlich mit Tempo 60 im Schnitt abfahren.

 „Es ist ja keine Rennveranstaltung“, sagt Sabine Romann vom Automobil-Club, „hat aber eine schöne Strecke.“ Zunächst steht eine Rast in der Turmschänke Seedorf (Kreis Segeberg) auf dem Programm, das Ziel ist letztlich Hohwacht, wo bei Live-Musik gegrillt wird. Sollte einem Oldtimer unterwegs die Puste ausgehen, helfen Mechaniker. Der Automobil-Club wurde übrigens 1912 aus der Taufe gehoben. Die 15 Gründungsväter waren entschlossen, in einer Zeit verbreiteter Autoskepsis, ihren Teil zum Durchbruch der neuen Erfindung beizutragen. Prinz Heinrich von Preußen erklärte sich damals bereit, den Club als Protektor zu fördern – und zu Ehren des Automobilisten veranstaltet der Club jedes Jahr die Fahrt.

 Für die Classics und um Kieler Freunde zu besuchen, ist Dietmar Zerbin aus Celle angereist. Er fährt einen DeLorean – die Automarke ist nicht zuletzt aus dem US-Film Zurück in die Zukunft mit Michael J. Fox bekannt. Vor 23 Jahren erwarb der 54-Jährige den Flitzer (150 PS, 220 km/h spitze, Baujahr 1982) Edelstahl-Karosserie, simple Technik und preisgünstig im Unterhalt: „Mir gefiel er damals“, sagt Zerbin. Besondere Hingucker sind die lässigen Flügeltüren. Den DeLorean bezeichnet er als Hobby, ansonsten fahre er einen Geländewagen.

 Vor dem Herrenhaus liegt Spritgeruch in der Luft, leise Motorgeräusche sind zu hören und in der Sonne blitzt das Chrom. „Super Wetter“, freut sich Astrid Knopf. Bevor die Tour startet, polieren die Flintbekerin, Ehemann Carsten sowie die Kinder Constantin und Julia noch eben den Mercedes SEb 220, Baujahr 1965, der sonst gut behütet in der Garage steht. Wer fährt das schicke Cabrio mit den roten Ledersitzen und kleinen Perserteppichen? Ehefrau Astrid – und später (erstmals) ihr 18-jähriger Sohn. Schon aufgeregt? „Nö“, sagt Constantin kopfschüttelnd. Wird schon klappen, selbst ohne Servolenkung.

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