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Frische Luft und Meeresrauschen

Rinderzucht in Strande Frische Luft und Meeresrauschen

Neuer Höhepunkt für Strandes Feinschmecker: Das erste Wagyu-Rind von Landwirt Ulrich Rodde geht in den Verkauf – nach dreijähriger Aufzucht auf den Strander Salzwiesen mit viel frischer Luft und Meeresrauschen im Hintergrund.

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Ulrich Rodde mit seinen Rinder auf den Strander Salzwiesen.

Quelle: Lutz Timm

Strande. Als heimisches Rindvieh wird das Fleisch der japanischen Edel-Rasse denn auch lokal vermarktet – im örtlichen Tante-Emma-Laden von Andreas Schröder.

 „Regionalität ist ein großes Thema“, befindet Rodde, der seit rund sechs Jahren auf 35 Hektar Fläche in Sichtweite zum Strander Leuchtturm Rinder züchtet. „Hier können die Leute die Tiere aufwachsen sehen.“ Nach Strander Butt, Brötchen und Seezunge sei es daher Zeit für Strander Fleisch in einem Strander Laden geworden.

 „Meine Rinder haben die Sonne gesehen, das Meer gerochen und viel frische Luft geatmet“, sagt der 46-Jährige. „Andere Tiere kennen nur Spaltenböden und Neonlicht. Ich wollte es anders machen.“ Der Rinderzüchter lässt seine 35 Rinder daher zusammen mit Pferden von April bis November auf den Salzwiesen grasen. Im Winter stehen sie im Stall mit Auslaufmöglichkeit. „Auch das Futter kommt von hier, das ist wichtig“, erklärt er. „Und Medikamente gebe ich nur im Notfall.“

 Doch nicht nur die Haltungsbedingungen bei Rodde unterscheiden sich von der Massentierhaltung: Der erste Ochse, der ab dem 26. Juni bei Topkauf in Strande verkauft wird, gehört zur Rasse der Wagyu-Rinder. Die ursprünglich japanische Rinderrasse gibt es in Europa nur bei wenigen Züchtern, sie zählt zu den exklusivsten weltweit – und wenn sie in der Region um das japanische Kobe aufgewachsen sind, auch zu den teuersten.

 „Noch ist es eine Kreuzungslinie, die zwar als Wagyu bezeichnet wird, aber noch nicht reinrassig ist,“ erklärt Rodde, der auch schon Pferde und Schafe gezüchtet hat. Sein langfristiges Ziel sei ein reinrassiges Wagyu – doch das dauert. „Ich habe vor sechs Jahren angefangen, und das ist das erste Schlachttier“, erzählt er.

 „Dafür ist es auch drei Jahre aufgewachsen und nicht 18 Monate wie ein normales Rind.“ Die Wagyus zeichneten sich durch ihren ruhigen Charakter und den guten Geschmack aus, schwärmt Rodde. „Bei anderen Rindern sitzt das Fett punktuell im Fleisch, hier ist es in feiner Marmorierung gleichmäßig verteilt – ein bisschen nussig und einfach lecker.“

 Andreas Schröder von Topkauf freut sich auf die neue Ware. „Deutschland ist das Schlachtbilligland schlechthin, da muss man artgerechte Tierhaltung und diese Qualität einfach unterstützen“, sagt er.

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Ein Artikel von
Lina Timm

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