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Stöbern bis in die Nacht

Eckernförde Stöbern bis in die Nacht

Harald Laschewski steht mit seinem Angebot nahe der Holzbrücke. Für die Besucher des Nachtflohmarktes am Donnerstagabend ist sein Stand ein Magnet. Ein großes Buchangebot hält Laschewski vor, einen kompletten Playmobilzirkus („Gibt es nur zusammen“) und eine schwere Schiffsschraube aus Messing. Die sorgt für Informationsbedarf.

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Eine echte Schiffsschraube der Pinasse des Zerstörers „Rommel“ gibt es bei Harald Laschewski aus Eckernförde.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. „Das ist die Reserveschraube von der Pinasse des Zerstörers ,Rommel’“, klärt der Fachmann, der selbst lange Zeit auf dem Schiff gefahren ist, seine Besucher auf. „20 Kilo“, sagt er und hält die blank geputzte Schraube hoch, die noch nie im Einsatz war. Unter den Arm klemmen möchte sich das Schwergewicht aber keiner der Besucher. Vielleicht fehlt es auch am passenden Schiff.

Mehr Glück hat in Höhe des Leuchtturms Andrea Buteskaja. Auch ihr Stand ist ein Augenschmaus für viele der Besucher, die an diesem Abend zu Hunderten den Hafen bevölkern. Alte Apothekengefäße bietet sie an, alte Dosen und auch kleine Leckerlis für Hunde, die sogleich das Interesse eines Ehepaares und mehr noch ihres Hundes wecken. Probieren darf er. „Nun hab ich ein Problem“, sagt das Herrchen, jetzt müsse er wohl dauerhaft die leckeren Kekse kaufen.

Nadine Brinkmeyer und Markus Krüger kaufen lieber eine Dose. „Für Toastbrot“, klärt sie auf. Sieben Euro ist es den Urlaubern, die in Waabs auf dem Campingplatz wohnen, wert. „Perfektes Timing“, sagt er: Gutes Wetter, Flohmarkt, Lange Nacht und am Wochenende die Eckernförder Classics, was wolle man mehr.

Nicht ganz so zufrieden ist gegenüber Hans-Jürgen Oellerking. Auf seinem Stand bietet er Antiquitäten an, viele kennen ihn von der Fernsehsendung „Trödeltrupp“. Doch so recht anbeißen möchte an diesem Abend keiner. Dabei reicht die Preisspanne bei ihm vom Fünf-Euro-Holzkasten bis zum Barockschrank von 1779 für 1300 Euro. Einen Silberleuchter für 1200 Euro hat er lieber angebunden. „Man will ja keinen in Versuchung führen“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Auch die Innenstadt ist voller Menschen. Kassenschlager lautet das Motto. Die Geschäfte haben bis 22 Uhr geöffnet, die Passanten nutzen die Chance. Vor allem in den Eiscafés. Die lange Nacht mit Live-Musik und Stöbern bis 22 Uhr gilt allerdings nur für das Stöbern. Die Musiker haben ihre Instrumente ab 20 Uhr eingepackt, das finden viele Passanten ärgerlich, sind sie doch gerade deswegen so spät in die Stadt getingelt. Nur Julian Taylor (27) aus Kiel hält an seiner Gitarre noch bis 21 Uhr durch, dann macht seine Stimme nicht mehr mit. Vor Veneto singt er Streets of London, sein letztes Lied an diesem Abend. „Ein tolles Publikum“, stellt der Hobbymusiker fest, der neben Gitarre auch noch komponiert. Jetzt gönnt er sich erst einmal selbst ein Eis.

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