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Langsam über den neuen Asphalt

Bäderstrasse Langsam über den neuen Asphalt

Siebeneinhalb Kilometer Schleichfahrt strapazierten im Juni die Nerven der Autofahrer auf der B503: Nachdem der Abschnitt zwischen Altenholz und Sprenge saniert worden war, war dort zunächst Tempo 40 angeordnet. Nun gilt für die Verlängerung Tempo 60. Steckt dahinter ein Sinneswandel?

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Auch auf dem neuen Abschnitt von Krusendorf Richtung Grönwohld gilt Tempo 60. Lediglich im Kreuzungsbereich wurde bereits eine provisorische Markierung aufgebracht.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Dänischer Wohld. Grundsätzlich gilt: Neu asphaltierte Fahrbahnen sind noch nicht so griffig wie alte. Damals fehlte den Autofahrern allerdings zunehmend das Verständnis für die drastische Temporeduzierung auf der überwiegend geraden Strecke, auf der sonst Tempo 100 gilt. Als dann auch noch die Polizei mit einer Videostreife unterwegs war, kochte der Zorn mancher Autofahrer hoch. Allerdings hatten sich die Beamten nur jene Fahrer ausgeguckt, die mindestens Tempo 80 und damit nicht nur ein bisschen zu schnell fuhren. Neun Fahrverbote wurden damals ausgesprochen.

 Mittlerweile sind im Verlauf der Bäderstraße zwei weitere Abschnitte fertig geworden: Zwischen den Schwedenecker Ortsteilen Sprenge und Surendorf sowie von Krusendorf bis Kronshörn rollen Autofahrer jetzt kommod auf dunkler, glatter Piste. Und das bei erlaubten 60 km/h. War Tempo 40 im Sommer doch überzogen?

 Nein, dementiert Matthias Paraknewitz, Leiter der Rendsburger Niederlassung des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV). Und erläutert das anhand einer Schwarzwälder Kirschtorte: Obwohl es für diese ein Grundrezept gibt, schmeckt sie vermutlich bei jedem Bäcker etwas anders. Und gelingt selbst dem selben Bäcker an dem einen Tag so und am nächsten Tag ein kleines bisschen anders – weil vielleicht der Ofen zwei Grad wärmer war. Genau so, erklärt Paraknewitz, verhalte es sich mit dem Asphalt: Selbst bei gleichem Gestein und gleichem Rezept sorgen äußere Einflüsse wie Einbau oder andere Faktoren für eine unterschiedliche Griffigkeit. „Das können Sie nicht erkennen“, sagt Paraknewitz – deshalb sei das ein sehr sensibler Faktor.

 Daher wird nach dem Asphaltieren jedes Mal individuell geprüft, welches Tempolimit erforderlich ist, bestätigt auch Christoph Köster vom Landesbetrieb in Kiel. In diesem Fall war der Belag so, dass maximal Tempo 60 angeordnet wurde. Es gab noch zwei weitere Gründe dafür: fehlende Schutzplanken und Markierungen auf der Straße. Wegen der Witterung werden diese erst im kommenden Jahr aufgebracht. Nur dort, wo es zum Beispiel wegen Vorfahrtsregeln oder Abbiegespuren erforderlich ist, werden provisorisch die notwendigsten Striche gezogen – teils ist das übrigens schon passiert.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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