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Mit Optimismus aus der Tabuzone

Lauf ins Leben Mit Optimismus aus der Tabuzone

Solidarität mit den Krebspatienten und ihren Angehörigen: 43 Teams mit 1072 Startern erliefen beim Lauf ins Leben an die 29000 Euro für die Beratung der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft. Sie sind gewandert, gewalkt oder gerannt.

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Musik von den Borby Dixies für die Läufer auf der Strecke am Zelt vom Genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen: Da läuft es sich doch gleich viel leichter.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Eckernförde. Sie sind eine Konstante des Laufs ins Leben: Die „Strandläufer“ von der Insel Föhr, seit sechs Jahren dabei. Dieses Mal als Weihnachtsmänner verkleidet. Jedes Jahr überlegen sie sich ein neues Motto, und jedes Jahr sammeln sie schon auf ihrer Insel Spenden für die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft, zu deren Gunsten die Veranstaltung auf dem Sportplatz des Schulzentrums in Eckernförde seit zwölf Jahren organisiert wird. 3000 Euro übergaben die Föhrer den Vertretern der Krebsgesellschaft, ein wesentlicher Anteil der in diesem Jahr erreichten (vorläufigen) Spendensumme in Höhe von 28781,93 Euro.

 Prof. Peter Dohrmann, stellvertretender Vorsitzender der Krebsgesellschaft: „ Die Freude an der Veranstaltung zeigt, wie wichtig es ist, das Thema Krebs aus der Tabuisierung zu holen und den Betroffenen zu zeigen, dass das Leben so viele Facetten hat.“ Bereiche, die das Gesundheitswesen in Deutschland nicht abdecke, wolle die Krebsgesellschaft abdecken: Beratungsstellen schaffen und Treffpunkte, an denen Betroffene und Gesunde gemeinsam etwas erleben könnten. Ein Stück Normalität also, und da helfe der Lauf ins Leben kolossal.

 Dafür, dass der Lauf begeistert, steht beispielsweise Helga Ballert vom Gettorfer Sportverein, die seit Beginn der Aktion vor zwölf Jahren dabei ist und jedes Jahr die Vereinsmitglieder motiviert, mitzumachen. „Man muss die aber schon einzeln ansprechen, dann können sie nicht Nein sagen“, sagt sie und lacht. 45 Teilnehmer hat sie auftreiben können, darunter sind auch einige Eckernförde. Und Anneliese Rathje, die mit 88 Jahren zu den Ältesten der Teilnehmer zählt.

 Größte Mannschaft ist der Sportverein Fleckeby mit 98 Teilnehmern und seit elf Jahren regelmäßig dabei. Sie haben eine feste Laufliste aufgestellt, doch abends kommen jede Menge Gäste dazu und reihen sich je nach Gelegenheit mit ein. Schirmherrin des Laufes ist NDR-Moderatorin Harriet Heise. „Ich habe damals zugesagt, weil ich von der Idee dieses Laufes vollkommen überzeugt bin“, sagt sie. Ironischerweise erkrankte ihr Vater vor einiger Zeit an Krebs, lange nachdem Heise als Schirmherrin aktiv geworden war. „Das ist nochmal eine andere Herangehensweise zu dem Thema Krebs, wenn man familiär selbst betroffen ist“, so die Schirmherrin.

 Während tagsüber ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, Ritterspielen, Tanzaufführungen und Mitmachaktionen für Abwechslung sorgt, ist die Nacht die Zeit der Besinnung. Hunderte von Kerzentüten markieren den Weg, auf ihnen Malereien und Zeichnungen als Gruß an Familienmitglieder, die von der Krankheit betroffen oder ihr bereits erlegen sind. Sternenklarer Himmel und regenfreie Zeit helfen den Läufern, ihren Gedanken nachzugehen. Bei der Abschlussrunde am Sonntagmittag scheint sogar die Sonne, bevor sich der Himmel wieder verdunkelt – ein symbolisches Signal, der Krankheit Krebs positiv zu begegnen und das Beste daraus zu machen.

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