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Letzter Versuch gegen das Aus

Sparkasse in Osdorf Letzter Versuch gegen das Aus

Ein Dorf wehrt sich gegen die geplante Schließung der örtlichen Sparkassenfiliale. Nach Einwohnerversammlung und Unterschriftenaktion greifen die Kommunalpolitiker nach dem letzten Strohhalm: Laut Bürgermeister Joachim Iwers (WgO) hat die Gemeinde die Sparkassenaufsicht eingeschaltet, um das Aus zu verhindern.

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Hat die Sparkassen-Filiale in Osdorf noch eine Chance? Die Gemeinde kämpft gegen die geplante Schließung am 18. November.

Quelle: Jan Torben Budde

Osdorf. Im ganzen Dorf sorgt die drohende Schließung am 18. November für reichlich Gesprächsstoff.

 „Es wäre gerade für ältere Leute schlecht“, sagt Fleischermeister Mirko Siemsen. Er hofft daher, dass im Dorf zumindest ein Geldautomat erhalten bleibt. Drohen der Fleischerei durch die Filialschließung sonst Einbußen, weil die Kunden neben ihren Bankgeschäften auch gleich die Einkäufe in Gettorf erledigen, wo sich die nächste Sparkasse befindet? Siemsen winkt ab: „Bei uns kann man mit EC-Karte zahlen.“

 Diesen Service bietet Kaufmann Wilfried Hamann zwar nicht an. Trotzdem befürchtet der 75-Jährige keine Probleme durch das Filial-Aus. Wegen der Stammkunden in dem kleinen Lebensmittelgeschäft. Hamann tun aber besonders die „älteren Damen und Herren“ leid. Wer weder Auto noch Mitfahrgelegenheit habe, müsse in Bus oder Taxi zur nächstgelegenen Bank fahren. Auch im Friseurgeschäft ist die Sparkasse ein Thema. „Man hat sich an die Mitarbeiter gewöhnt“, sagt eine langjährige Kundin, die ihren Namen nicht verrät. Auf die „familiäre Atmosphäre“ in der örtlichen Filiale möchte die Osdorferin ungern verzichten.

 „Es sind spannende Tage für uns“, sagt Osdorfs Bürgermeister Iwers. Ist die Sparkassenfiliale ab 18. November tatsächlich Geschichte? Um deren Schließung zu verhindern, hat die Gemeinde einen Antrag bei der Sparkassenaufsicht im Kieler Innenministerium gestellt: „Auf Aussetzung des Vollzuges“, so Iwers. Als letzte Möglichkeit bezeichnet der Bürgermeister den Schritt. Auf diese Vorgehensweise hätten sich die drei Fraktionen im Dorf – WgO, CDU und SPD – zuvor geeinigt. Die Gemeinde lasse sich dabei von einem Anwalt rechtlich beraten. Vergangene Woche sei der Antrag an die Sparkassenaufsicht rausgegangen. „Wir warten jetzt ab“, so Iwers, „es ist ein schwebendes Verfahren.“

 Laut Bürgermeister hält die Gemeinde an der Forderung fest, dass die Osdorfer Filiale zumindest an zwei bis drei halben Tagen pro Woche geöffnet bleibt. Ebenso wenig wolle das Dorf auf Geldautomat und Serviceterminal (Überweisungen, Kontoauszüge) verzichten. Nicht nur in Osdorf ist der Frust über die geplante Schließung groß. „Auch für Sparkassenkunden aus Noer und Schwedeneck ist der Weg weiter“, sagt Iwers mit Blick auf die nächstgelegene Filiale in Gettorf. Durch die Filial-Schließung wolle die Sparkasse Kosten einsparen. Für den Bürgermeister ist das eine Milchmädchenrechnung. Dieser Weg führe bei den Kunden zu Unmut. Zudem schade die Schließung ihrem Image, vermutet er.

 Wie die Förde Sparkasse am Freitag auf Nachfrage mitteilte, werde am geplanten Schließungstermin – 18. November – festgehalten.

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