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Bis zu 48 Flüchtlinge

Bürger hatten viele Fragen Bis zu 48 Flüchtlinge

Die Unterbringung von knapp 50 Flüchtlingen in der Gemeinde Lindau sorgt für Diskussionsstoff im Dorf. Bei der Informationsveranstaltung am Dienstag im „Santorini“ (Siegmunds Gasthof) herrschte großer Andrang: Weit über 100 Besucher drängelten sich im proppenvollen Saal.

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Der Saal war proppevoll: Aus dem Publikum gab es Fragen zu den Flüchtlingen und der Unterkunft in Ruckforde.

Quelle: Jan Torben Budde

Lindau. Die zentrale Frage des Abends stellte Bürgermeister Jens Krabbenhöft (CDU) gleich zum Auftakt: „Wie können wir dieser Aufgabe sinnvoll begegnen?“ Es gab Klärungsbedarf zu Betreuung, Freizeitangeboten, Deutschkursen, Reinigung der Unterkunft und den Sorgen einzelner Einwohner.

 „Die Arbeiten gehen verhältnismäßig gut voran“, berichtete Sönke Jacobsen, Leiter des Fachbereichs Bauwesen in der Amtsverwaltung. Ende November soll der Umbau des früheren Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände im Ortsteil Ruckforde abgeschlossen sein. Die Kosten: rund 200000 Euro. Als Problem bezeichnete Jacobsen die Lieferzeit der Küche, aber für den 28. November sei ein „Tag der offenen Tür“ in der Unterkunft geplant. Zwei Tage später könnten die ersten Flüchtlinge einziehen. Ordnungsamtsleiterin Nina Michaely geht von bis zu 48 Männern aus: „Die Unterbringung von Familien ist nicht vorgesehen.“ Aus dem Publikum wurde nach Spenden für die Ausstattung gefragt. Daraufhin zählte Michaely Einzelbetten, Bettwäsche, Handtücher, Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen, Besteck und Fahrräder auf (Spender können sich unter Tel. 04346/91230 melden). Die Flüchtlinge verpflegten sich selbst und sollten die Unterkunft selbst sauber halten. „Am Anfang wird das schwierig“, spielte Michaely auf Erfahrungen mit Asylbewerbern in Gettorf an, „die jungen Männer müssen dort hineinwachsen.“ Ein Reinigungsplan solle helfen.

 Außer Hilfsbereitschaft gab es vereinzelt aus dem Kreis der Zuhörer auch scharfe Töne: Welche Erwartungen die Flüchtlinge hätten? Und ob Frauen abends noch allein durchs Dorf spazieren könnten? Kopfschütteln und Gelächter im Saal. „Hier herrscht eben Frieden“, erklärte Michaely zu den Erwartungen. Ihres Wissens seien große Konflikte im Amtsbereich bisher ausgeblieben. Er habe ein paar Jahre in Syrien gelebt, meldete sich ein anderer Zuhörer zu Wort: „In Damaskus konnte meine Frau nachts herumlaufen – ob das hier genauso sicher ist, weiß ich nicht.“ Die Syrer begegneten den Einheimischen mit Respekt, so Michaely.

 Was die Integration der Flüchtlinge in Ruckforde angeht, präsentierte das Amt einige Ideen. Tischkicker, Tischtennisplatten, Fuß-, Basket- und Volleyball sowie das Anlegen von Nutzgärten sollen zur Freizeitgestaltung dienen. Zudem gewährleiste das Amt eine regelmäßige Präsenz von Ansprechpartnern vor Ort, erklärte Michaely. Verwaltungsmitarbeiterin Svantje Gnutzmann sagte, dass im Revensdorfer Dörpshus Deutschkurse angeboten werden sollen. Der DRK-Ortsverein plant nach Auskunft seiner Vorsitzenden Heike Prien in der Unterkunft ein „Café International“ nach Gettorfer Vorbild, wo sich Flüchtlinge und Einheimische monatlich bei Kaffee, Tee und Kuchen begegnen können, wie Vorsitzende Heike Prien erläuterte.

 Ebenso möchte der Flüchtlingsbeirat Dänischer Wohld dort Betreuungsarbeit leisten. „Wir brauchen noch Mitstreiter“, betonte Christian Albrecht Schnarke Bisher gebe es 35 bis 40 Paten.

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