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Lippenstift und fesche Lola

Gettorf Lippenstift und fesche Lola

Man meint sie zu kennen, die Lieder der 1920er-Jahre. Doch weit gefehlt. Am Wochenende zeigte Nadine Dibbern (Gesang) gemeinsam mit Andreas Plat (Klavier), dass das Liedspektrum weit größer ist als gedacht – vor allem, dass es viele Lieder gibt, die insbesondere der Frau auf den Leib komponiert sind.

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Die fesche Lola (Nadine Dibbern) begeisterte ihr Publikum mit teils selten gesungenen Texten der 1920er Jahre.

Quelle: Kai Pörksen

Gettorf. Die fesche Lola, so der Programm-Name, brachte ihren jeweils 50 Zuhörern am Sonnabend und Sonntag eine musikalische Revue jener Zeit mit.

Sie tritt zunächst mit Lockenwicklern und Bademantel auf, um sich dann in immer neuen Kostümen auf ihre Verehrer einzustellen. Sie liebt die Männer, die Mode, die Kaufhäuser und Coco, ihren Papagei. Benjamin, ich hab nichts anzuzieh’n, besingt sie ihren Schwarm Dr. Benjamin Klingel, nix auf den Rippen, nix inne Büx, aber ein tolles Cabrio. Für ihn entscheidet sie sich für ein Kleid in Lila.

Ich bin die Lulila, von Kopf bis Schuh Lila, singt sie für ihn, doch da gibt es auch Herrn Lehmann, zu dem sie eine platonische Beziehung pflegt. Und dann: Lippenstift auf dem Laken. Wie kommt der Lippenstift in Herrn Lehmanns Unterbett?, fragt sie sich da. Also auf zu Heinrich August Meier, der Klavierspielen lernt, um den Frauen zu imponieren. Doch er kann seine Finger nicht bei sich lassen. Wo die Noten, wo die Pfoten?, fragt sie ihn da vorwurfsvoll.

Meisterleistung von Nadine Dibbern. Musikalisch sicher und mit einer Menge gut gelerntem Text im Gepäck, brachte sie ihren Zuhörern ganz neue Aspekte der Goldenen 20er-Jahre im alten Berlin zu Gehör. In bewährter Professionalität glänzte Andreas Plat am Pianoforte.

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