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Zehntausende Aale und viele Sorgen

Maasholm Zehntausende Aale und viele Sorgen

67500 Jungaale sind in die Schlei gelassen worden. Landesfischereiminister Robert Habeck (Grüne) packte bei der Aktion der Bürgerinitiative Aalutsetten mit an. Zusammen mit Fischer Armin Lass schüttete er in Maasholm (Kreis Schlewig-Flensburg) Tausende Fischchen in die Förde.

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Glitschige Bestandsauffrischung: Fischereiminister Robert Habeck schüttete Tausende Mini-Aale in die Schlei.

Quelle: Rainer I. Krüger

Maasholm.  Mit seiner Visite unterstützte Habeck die seit 2010 laufende Besatzaktion der Initiative. Bei dieser Gelegenheit bekam er jedoch auch die Wünsche und Sorgen der Schlei-Fischer zu hören. Einer von ihnen, Olaf Jensen aus Kappeln, sprach Habeck auf die Kormorane an. Die Fische fangenden Vögel seien an der Schlei ein Problem. „Wir brauchen eine das ganze Jahr über geltende Vergrämungserlaubnis für in Schwärmen auftretende Jungvögel“, forderte Jensen. Habeck machte klar, dass in Kürze keine neue Kormoran-Verordnung zu erwarten sei. Erst solle ein Gutachten eine differenzierte Beurteilung der Problemlage ermöglichen.

 Eine andere Sorge Jensens teilte Habeck hingegen. Der Fischer berichtete über 50 kleine Wasserkraftwerke, die im Kreis Rendsburg-Eckernförde beantragt werden sollen. Jensen befürchtet, dass durch die Anlagen Fische in Flüssen und Bächen getötet werden. Habeck bezog dazu klar Position: „Wenn Betreiber behaupten, dass Wasserkraftwerke für Fische durchgängig sind, müssen sie das auch beweisen.“

 Die zu Wasser gelassenen 67500 Aale wogen je acht Gramm. Sie waren nicht die einzige Bestandsauffrischung in diesem Jahr. „Im April wurden bereits 180000 Glasaale ausgesetzt“, erklärte Jensen. 50500 Euro wurden bislang in diesem Jahr in das Projekt investiert. 60 Prozent davon wurden durch Fördermittel aus der Landesfischereiabgabe und dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds finanziert. „Die restlichen 20000 Euro sind Spenden“, erklärte Jensen. Er schlug dem Minister eine Förderquote von 80 Prozent vor. Auch mit Blick auf die diskutierte Reduzierung der Fangquote in der westlichen Ostsee um über 80 Prozent wollte Habeck keine solche Zusage machen: „Unterstellt, die Quote wird abgesenkt, werden wir viel Geld brauchen, um Fischer zu unterstützen.“ An welche Maßnahmen er dabei dachte, sagte Habeck allerdings nicht.

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