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Mädchen spielten Knecht Ruprecht

Surendorf Mädchen spielten Knecht Ruprecht

Riesenfreude im Kindergarten der Erstaufnahme für Flüchtlinge auf dem Kieler Nordmarksportfeld. Caroline und Freya Scharffenberg und Luise Petersen, elf und 13 Jahre alte Mädchen aus Surendorf, verteilten Geschenke. Das Geld dafür hatten sie durch den Verkauf selbstgemachter Marmelade zusammengekommen.

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Freya (von links), Luise und Caroline aus Surendorf sorgten mit ihren Geschenken für Begeisterung im Kindergarten für Flüchtlingskinder auf dem Nordmarksportfeld. Auch in Zukunft möchten sie Flüchtlinge und Kinder unterstützen.

Quelle: Alev Dogan

Kiel/Surendorf. Das Kieler Nordmarksportfeld bietet dieser Tage keinen schönen Anblick. Es ist grau und trist, der Regen hat die Erstaufnahmeeinrichtung in eine Schlammlandschaft verwandelt. Wer am Freitag jedoch in einen der Container hineinblickte, sah das leuchtende Gegenteil der äußeren Gegebenheiten. Im Kindergarten der Erstaufnahme fand eine ganz eigene kleine Weihnachtsgeschichte statt, deren Heldinnen Caroline und Freya Scharffenberg und Luise Petersen heißen.

Es fing alles mit Brombeeren an: „Wir haben im vergangenen Jahr Brombeeren gesammelt und plötzlich merkten wir: Wir haben viel zu viele“, erzählt Caroline. Also entschieden sich die drei Freundinnen aus Surendorf, die Brombeeren zu verkaufen. „Und im Frühling haben wir Schneeglöckchen verkauft, im Sommer bemalte Steine an Touristen am Strand.“ Das Geld gaben sie nicht aus. Denn sie wussten, dass sie es spenden wollten. Caroline und Luise sind 13, Freya elf Jahre alt, und sie wissen ziemlich genau, was sie wollen. „Wir wollten kein Geld überreichen, sondern schöne Dinge mit dem Geld kaufen und verschenken“, so Freya. Immerhin, rund 250 Euro hatten die Mädchen erwirtschaftet.Wichtig war es den Mädchen auch, die Geschenke selbst zu überbringen. Also kamen sie auf den Kindergarten auf dem Nordmarksportfeld.

Am Freitag war es soweit. Von draußen – nicht vom Walde zwar, aber vom Matsch – kamen sie her, mit einer großen Kiste voll bunter Spielsachen für die Kleinen – die moderne Fassung des Knecht Ruprecht. Als die Erzieherinnen Renate Müller und Anke Niemietz den Kindern offenbaren, was es mit dem Besuch auf sich hat, toben die Kleinen vor Euphorie, einige schauen mit großen Augen die drei Mädchen und die Kiste an und lassen nur noch ein „Oohh“ verlauten. Dann geht es an den für Kinder wohl schönsten Vorgang: Auspacken. Freya, Caroline und Luise wissen gar nicht, wem sie als erstes beim Auspacken helfen, wem sie beim Spielen Gesellschaft leisten sollten.

Erzieherin Renate Müller fasste die Situation zusammen: „Als wir von den Mädchen hörten, die unseren Kindern hier etwas schenken möchten, hat uns das so glücklich gemacht. Und was jetzt hier gerade passiert, ist einfach rührend.“

Können die Mädchen eigentlich nachvollziehen, warum manche Bürger keine Flüchtlinge im Land haben wollen? „Überhaupt nicht“, heißt es unisono. „Diese Menschen haben schreckliche Dinge erlebt auf ihrer Flucht und möchten Sicherheit. Ich verstehe nicht, warum manche Krawall machen oder Flüchtlingsheime anzünden. Das ist ganz schlimm“, sagt Luise. Dann meint die elfjährige Freya: „Alle haben Angst vor Überfremdung. Warum Fremde? Das sind doch ganz normale Menschen wie wir, die Frieden suchen.“

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