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Zauberhafte Verwandlung im Wald

Felm Zauberhafte Verwandlung im Wald

Für viel Natur pur ist der Stodthagener Forst in Felm bekannt. „Es gibt hier aber unsichtbare Wesen“, berichtet Sonja Thrun. Begegnungen mit so wundersamen Gestalten würden den 14 Kindern, Frauen und Männern gefallen.

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Beim freien Erzählen von Märchen im Wald breitet Sonja Truhn einen breiten Teppich an Geschichten aus.

Quelle: Rainer Krüger

Felm. Denn sie haben bei der Märchenerzählerin aus Willingrade eine Führung in den Wald gebucht. Es ist die erste Wanderung dieser Art dort. Vor dem Start fassen sich alle an den Händen und bilden einen Kreis. Thrun sagt eine Zauberformel und verspricht: „Ihr werdet anders aus dem Wald herauskommen, als ihr hineingeht.“

Sonja Thrun und ihre vierjährige Tochter Andrea übernehmen mit Bollerwagen die Spitze. Der erste Halt kommt nach gut 200 Metern. Thrun hat „rote Perlen“ am Boden entdeckt. Woher kommen sie? Wer kann das Rätsel lüften? Natürlich sehen Antonia Bünger (5) und Schwester Johanna (8) aus Strande, dass es Beeren von einem Baum sind. Doch da hängen auch schwarze Früchte. Und weil auch die zwei Sorten Beeren einer Erklärung bedürfen, erzählt Thrun das Märchen vom Faulbaum. Der war so faul, dass er schon gleich nach der Schöpfung durch Gott nicht richtig wachsen wollte. Bis heute hat sich der Charakter erhalten, denn das Reifen der Früchte bekommt er im Herbst nicht gleichzeitig hin. So hängen rote und schwarze Beeren zugleich an ihm. „Er stinkt auch ein bisschen“, weiß Thrun. Benjamin Haase (15) aus Neumünster riecht an der Rinde und nickt. Dieser Naturtipp ist kein Märchen.

200 Meter weiter wird’s gemütlich. Unterlagen werden verteilt. Alle setzen sich. Thrun spielt Flöte. Besondere Stimmung entsteht. Nun erzählt sie Märchen, die im Wald gespielt haben sollen. Wie hier der Graf von Schleswig-Holstein seine Frau fand. Auch der Fischerjunge, der mit einem sprechenden Fuchs das Herz der Prinzessin im Kieler Schloss eroberte, ging einst durch den Forst. Zauberhaft ist es aber nicht nur in den frei erzählten Märchen. Mucksmäuschenstill lauschen alle. Antonia kuschelt im Schoß von Mutter Christina. Auch Schwester Johanna und Großmutter Christa hören andächtig zu.

Doch es geht noch weiter. Denn andere Teile des Waldes haben neue Geschichten. Wie etwa im lichteren Bereich das Märchen von der Birkenfee. In Richtung Moor erzählt Thrun vom Froschmädchen. Haltepunkte sind besondere Orte. Zum Beispiel eine Eiche und eine Buche, deren Stämme umeinander gewachsen sind. Da klettert Benjamin Haase auch mal hinauf.

Nach drei Stunden sind die Büngers erschöpft, aber auch begeistert. „Wir kennen den Wald von Ausflügen. Aber heute haben wir ihn mit neuen Augen gesehen“, sagt Christa Bünger anerkennend. Auch Thrun hat’s gefallen. „Ich kann mir gut vorstellen, hier wieder eine Führung zu machen.“

Das anfängliche Veränderungsversprechen ist also erfüllt. Leider nicht nur durch gute Stimmung. Denn auch die stechfreudigen Stodthagener Mücken sind Märchenfans. So bleiben juckende Andenken an den märchenhaften Spaziergang.

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