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Pläne für den See

Groß Wittensee Pläne für den See

In Sachen Naturschutz darf sich am Wittensee und auf den Flächen der angrenzenden Niederungen vom Gesetz her nichts verschlechtern. Was dieses Gebot in der Praxis bedeutet, legt der Managementplan für das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) fest. Über das Papier gab es jetzt eine Diskussion

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Auf dem Wittensee schwimmen auch Schwäne: Der Managementplan für das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet am Gewässer wurde ausführlich diskutiert.

Quelle: Rainer Krüger

Groß Wittensee.  Edelgard Heim vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländlichen Räume (LLUR), in dem der Plan erarbeitet wurde, waren Kritik und Anregungen willkommen. „Wenn es aus Ihrer Sicht Fehler gibt, sollten wir sie jetzt korrigieren“, sagte er. Hintergrund der Bitte: In dieser Woche soll der Plan für das gut 1220 Hektar große Gebiet vom zuständigen Landesministerium genehmigt werden.

 Der Plan legt notwendige Maßnahmen fest. Dazu gehört beispielsweise die Erhaltung naturnaher Uferbereiche am See und an der Schirnau. Zu den weiteren angestrebten Maßnahmen zählt das Einrichten von Segelverbotszonen in der Nähe von Brutplätzen.

 Die Wasserqualität stand im Fokus der Diskussion. Landwirte würden Gülle einleiten, lautete eine Behauptung. LLUR-Expertin Elisabeth Wesseler relativierte sie dahin, es gebe „diffuse Einträge durch die Landwirtschaft“. Dass durch Rohre Drainagewasser in Seen eingeleitet werde, sei aber üblich. Die Landwirte könnten sich beraten lassen, um einer Nährstoffbelastung auf den Feldern vorzubeugen.

 „Ich finde das Angebot gut“, sagte Landwirtin Katharina Bielfeldt aus Bünsdorf. „Seit Jahren düngen wir immer weniger“, sagte sie. „Leider dauert es lange, bis sich im Wittensee etwas verbessert.“ Den Grund dafür hatte Wesseler genannt. „Der Wasseraustausch im See dauert sechs Jahre.“ Hans Ulrich, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Wittensee, schlug vor, Becken anzulegen, um das Wasser aus den Rohren zu sammeln. Das Ergebnis: Im Managementplan soll angeregt werden, neue Möglichkeiten zur Rückhaltung von Nährstoffen zu prüfen.

 Zudem waren Stege ein Thema. Anlieger befürchten, dass deren Fortbestand gefährdet sei, falls sie nicht im Managementplan stehen. Laut Heim ist der Plan dafür ohne Bedeutung, ein Eintragen von Stegen bringe keine Rechtssicherheit für deren Fortbestand. Anlass für die Sorge: Das Land kündigt allen Stegbesitzern die Pachtverträge. Sie werden nur erneuert, wenn die Genehmigung der Bauten nachvollzogen werden kann.

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