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Stützpunkt stellt sich neu auf

Marine Stützpunkt stellt sich neu auf

Der Marinestützpunkt formiert sich neu. Für die geplante Aufnahme des Seebataillons, von dem große Teile zurzeit noch in der Preußerkaserne untergebracht sind, müssen im Stützpunkt neue Unterkunfts- und Unterstellgebäude gebaut werden. Um den erforderlichen Platz zu schaffen, geht die Marine neue Wege.

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Der Marinestützpunkt formiert sich neu.

Quelle: Marine

Eckernförde. So sollen die benachbarten Liegenschaften von der Wehrtechnischen Dienststelle WTD 71 Nord und des Marinestützpunktes zusammengelegt werden. Mit einer Verlegung der Hauptwache ist mittelfristig auch eine Sperrung der Straße Am Ort im Kasernengelände für den öffentlichen Verkehr vorgesehen.

 Lange wurde geplant. Seit einem Jahr läuft die Umsetzungsphase. Rund 200 Millionen Euro werden nach Angaben des Kasernenkommandanten, Fregattenkapitän Michael Blunck, im nächsten Jahrzehnt in den Marinestützpunkt investiert. Ein Großteil davon fließt in den Wasserbau zur Sanierung des Kranzfelder Hafens. Darüber hinaus müssen Unterkunftsgebäude geschaffen werden. „Langfristig soll die Preußerkaserne aufgegeben werden“, informierte Blunck am Montagabend im Eckernförder Bauausschuss. Die Marine wird im Stützpunkt konzentriert. Die Preußerkaserne beherbergt derzeit noch die Boarding-Soldaten des Seebataillons sowie Teile der Küsteneinsatzkompanie und eine kleine Einheit der Feldjäger.

 Nach Angaben von Fregattenkapitän Jens Wriedt, zuständig für Bauplanung bei der Marine, sind insgesamt 50 Baumaßnahmen im Stützpunkt vorgesehen. Darunter die Infrastruktur, um das Seebataillon (bis zu 800 Frauen und Männer) zu integrieren. Aktuell drehen sich bereits die Kräne auf dem Gelände. In Bau befinden sich die neue Feuerwache der Bundeswehr sowie zwei Unterkunftsgebäude für Soldaten des Seebataillons. Ein Drittes kommt noch hinzu. Darüber hinaus ist ein weiteres Unterkunftsgebäude geplant, um mehr Einzelstuben für Soldaten anbieten zu können. Wriedt: „Auch alle Bestandsgebäude werden angefasst.“ Ferner sind Werkhallen und Unterstellflächen für Fahrzeuge des Seebataillons vorgesehen. An- und Abfahrten sollen über die L26 (Bundeswehrstraße)/B203 laufen.

Sperrung „kein Problem“

 Einher mit der Umgestaltung im Stützpunkt geht eine neue Hauptwache für die komplette Liegenschaft aus Marinestützpunkt und WTD-Nord. In der Konsequenz, so Wriedt, müsse die Straße Am Ort als Durchgangsstraße gesperrt werden – zwischen Klärwerk und nördlichem Louisenberger Weg. Wriedt rechnet damit „nicht vor drei bis vier Jahren“. Die Marine sieht in der Sperrung „kein Problem“. Verkehrszählungen hätten ergeben, dass nur knapp 200 Fahrzeuge täglich die Straße als Durchgang nutzten. Sie müssten dann auf die Prinzenstraße ausweichen. Für die gezählten 1400 Fahrzeuge von und ab dem Stützpunkt (plus 300 bis 400 nach Aufgabe der Preußerkaserne) würde die Sperrung bedeuten, dass sie dann zwangsläufig über die Bundeswehrstraße fahren müssten.

 Im Bauausschuss gab es dazu positive Stimmen. „So werden Jungmannufer und Vogelsang vom Verkehr entlastet, das ist eine gute Nachricht“, sagte der Vorsitzende Matthias Huber (Bürger-Forum). „Das ist das, was wir gerne wollen“, ergänzte Frauke Piechatzek (SPD). „Es gibt viele Klagen über den Verkehr am Jungmannufer, die Umsetzung sollte so schnell wie möglich erfolgen.“ Noch unklar ist dagegen, wann die Preußerkasene freigegeben wird. Für die Umsetzungen im Stützpunkt rechnet Wriedt mit zehn Jahren. Eventuell wären laut Blunck vorher aber auch Teilfreigaben möglich.

 Zur Verkehrsentlastung der Prinzenstraße soll eine Umgestaltung des Knotenpunktes Prinzenstraße/Bundeswehrstraße/Waabser Chaussee beitragen. Laut Bürgermeister Jörg Sibbel hat die Stadt großes Interesse an einer Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf die Bundesstraßen. Bei den Landesbehörden laufen die Planungen zu verschiedenen Varianten. Die Stadt favorisiert eine Vorfahrtsführung von Hemmelmark (L26) auf die Bundeswehrstraße zur B203 (Schwansenstraße). In die Prinzenstraße würde dann eine gesonderte Abbiegespur führen. Bisher läuft der Verkehr von Waabs direkt in die Prinzenstraße. Möglicher Baubeginn ist laut Sibbel 2018. Die Kosten lägen bei 400000 Euro. Auf die Stadt käme ein „überschaubarer Anteil“ von 30000 bis 40000 Euro zu.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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