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Leckereien für die „Raubtiere“

Ostsee-Info-Center Leckereien für die „Raubtiere“

„Was ist das?“, fragt Hanna Sliwka in die Runde und hält einen mit einer rätselhaften Masse gefüllten Becher hoch. „Eier oder Sand“, antwortet spontan eines der Kinder. Knapp daneben: Es handelt sich um Schwebegarnelen. Sie sind für die kleinen Fischmäuler gedacht bei der „Fütterung der Raubtiere“ Montagvormittag im Eckernförder Ostsee-Info-Center (OIC).

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Auf Tuchfühlung mit Fischen: Parker (5) versorgt gebannt die Meeräschen im Ostsee-Info-Center mit Futter.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Eckernförde. „Was ist das?“, fragt Hanna Sliwka in die Runde und hält einen mit einer rätselhaften Masse gefüllten Becher hoch. „Eier oder Sand“, antwortet spontan eines der Kinder. Knapp daneben: Es handelt sich um Schwebegarnelen. Sie sind für die kleinen Fischmäuler gedacht bei der „Fütterung der Raubtiere“ Montagvormittag im Eckernförder Ostsee-Info-Center (OIC). Die Ferien-Mitmachaktion ist allerdings weniger gefährlich als informativ.

 Im Labor des Meereszentrums haben sich acht wissbegierige Nachwuchsforscher versammelt. Sie alle wollen erfahren, was Fische und Krabben fressen und wie man sie füttert. Doch zunächst steht die Zubereitung der Mahlzeit auf dem Programm: Garnelen pulen. Aufknicken und Hülle abziehen, das haben die Kinder schnell drauf. „Die großen Dorsche fressen gerne die Köpfe, die anderen Tiere das Fleisch“, erläutert Hannah Sliwka. Nicht ganz so forsch sind die Kinder beim Zerpflücken von glibberigem Muschelfleisch in kleine Portionen. Mancher greift da lieber zum Gummihandschuh.

 Doch dann geht es ab zu den Aquarien. Auf Fischkisten steigen die Jungen und Mädchen, um mit dem Futter an die Beckenränder zu gelangen. Ein kräftiger Happs – schon hat sich ein Plattfisch eine Schwebegarnele geschnappt. Nebenbei lernen die Kinder, wie geschickt sich die am Meeresboden lebenden Fische gegen Räuber tarnen, auf deren Speiseplan sie wiederum stehen. „Sie können ihre Farbe dem Untergrund anpassen“, erklärt die OIC-Mitarbeiterin. „Nur die Augen gucken dann noch heraus.“

 Ein Aquarium weiter tummeln sich Stichlinge. Auch sie haben eine effektive Methode gegen Fressfeinde entwickelt, stellen bei Gefahr ihre Stacheln auf. „Ihre Lebensversicherung“, fügt Sliwka mit einem Augenzwinkern hinzu. Weiter ziehen die Kinder zum Fühlbecken. Hier ist neben Plattfisch und Strandkrabbe auch der Seestern zuhause. Er steht auf Miesmuscheln und stülpt, wenn der Muschelmuskel unter der Kraft der Seesternarme erlahmt, seinen Magen zwischen die Schalen, um das Fleisch zu verdauen.

 Die Unterwasserwelt der Ostsee besitzt eine besondere Faszination. „Das ist Natur zum Anfassen, hier können Kinder sie erleben“, sagt der Habyer Thore Heide begeistert, der seine Tochter Milla (7) zu dieser Ferienaktion mitgebracht hat. Im Umgang mit den Tieren verlören die Kinder ihre Scheu, ergänzt Hanna Sliwka. Und betont: „Was man kennt, das möchte man auch schützen.“

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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