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Eckernförde mit fünf Kilo Ernte am Start

Meereskartoffel-Wettkampf Eckernförde mit fünf Kilo Ernte am Start

Rot oder Gold? Welche Meeresäpfel hätten Sie gern? Die zwei Kartoffelsorten, die in Eckernförde auf je einen Quadratmeter Seegrassubstart gewachsen sind, haben prima getragen. Am Donnerstag, 28. September, ist Erntefest in Schönberg in der Probstei. 27 Orte an der Ostsee haben mitgemacht.

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Zehn Kilogramm Meereskartoffeln auf zwei Quadratmetern Seegrassubstrat: Initiator Rüdiger Ziegler (links) und Gernot Gänssle vom Ostsee-Info-Center Eckernförde präsentieren die stolze Ernte. Am 28. September zeigen 27 Ostseeorte ihre Ernte vor. Der Wettbewerb hat einen ernsten Hintergrund und ist in das Treibsel-Projekt der Uni Kiel eingebunden.

Quelle: Cornelia D. Mueller

Eckernförde. Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler und Claus Müller vom Ostsee-Info-Center Eckernförde (OIC) stiegen dem Zentrum dem Meereszentrum am Strand von Eckernförde drei Monate fast jeden Tag aufs Dach. Sie waren gespannt, was in ihren beiden genormten Kartoffelkisten aus Drahtgeflecht im weichen feuchten Seegras aus Rosara und Jersey Royals wird. Die je neun Pflanzkartoffeln der beiden Sorten wuchsen auf dem Gründach in ihren "Käfigen" bestens, zeigten knackig grünes Laub, viele kleine Blüten und bildeten ebenmäßige Knollen. In Schönberg wird nun die größte Erntemenge der aller Teilnehmer prämiert - und später in Altenhof bei Eckernförde zu Schnaps gebrannt.

Die Kartoffeln aus dem Seegras sehen aus wie frisch gewaschen

"Wir hatten in einer Kiste knapp fünf Kilogramm, in der anderen etwas mehr als fünf Kilo", berichten jetzt Ziegler und Gernot Gänssle, Mitarbeiter des OIC. Der Blick in die Behälter mit der rotschaligen leuchtenden Rosara und der auch hellgelben alten Kartoffelsorte von der Kanalinsel Jersey, die Wind und Wetter am Meer besonders gewachsen sein soll, macht Freude: Kein bisschen Erde klebt daran, man kann sie praktisch ungewaschen mit Schale kochen. Warum mussten die Erdäpfel, die man nun getrost Seegrasäpfeln nennen darf, schon raus aus dem mineralreichen Substrat vom Eckernförder Strand? Ziegler: "Der viele Regen begünstigt die Kartoffelfäule, einen Pilz. Da mussten wir handeln."

Der Ruf von Seegras am Strand ist zu unrecht mies

Die scheinbar lustige Aktion ist Teil des Projekts Posima des Geographischen Insituts der Universität Kiel in Zusammenarbeit mit dem OIC. Es geht um nachhaltiges Treibselmanagement an den Küsten. "In den Badeorten hat Seegras, ein wichtiger Teil der Meeresflora und Nährstofflieferant für die Küstenvegetation, zu unrecht einen schlechten Ruf", unterstreicht Ziegler.

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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