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Mehr Plätzen der Begegnung

Jahresversammlung der Grünen Mehr Plätzen der Begegnung

Neue Wege ging der Eckernförder Ortsverband der Grünen in seiner Jahresversammlung Mittwochabend. Da keine Wahlen auf der Tagesordnung standen, hielt der Vorsitzende Joschka Knuth, der mit Petra Körner eine Doppelspitze bildet, die politische Bilanz kurz. Bei einem offenen Workshop über Stadtentwicklung war der Wunsch: mehr Plätze für Begegnung und Dialog in Eckernförde.

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Ein Beispiel aus Dänemark: Die blauen Bänke des Künstlers Jeppe Hein sind spielerische Treffpunkte und kreative Wegweiser zugleich.

Quelle: privat

Eckernförde. Im Ostseebad tut sich viel: Nooröffnung, Kino, Skaterplatz, Bahnhof, Exer-Hotel, Kieler-Straße-Süd – alles Projekte, die die Stadt entwickeln, verändern. Geographie-Student Knuth, der in seinem Studium den Schwerpunkt auf Stadt- und Humangeographie gelegt hat, nahm den Kopenhagener Architekten Jan Gehls als Anregung für die Bürger-Werkstatt. Gehls Philosophie ist die einer kleinmaßstäblichen Betrachtung von Stadt mit Blick auf den Menschen. Er stellt nicht nur die Frage nach der Gestaltung von Raum, sondern auch nach den Nutzern, wie viele es sind, was sie dort machen, wo sie sich am liebsten aufhalten. Dabei fällt auf: Der Mensch fühlt sich dort am wohlsten, wo wenige Autos um ihn herum sind, wo die Fortbewegung langsam ist, wo Begegnung stattfindet. Räume, so Knuth, sollten so gestaltet werden, „dass ein soziales Miteinander wieder stärker möglich ist“.

Dabei helfen klare Abgrenzungen wie bei der Eckernförder Innenstadt, die ein Zentrum für sich darstellt. Sie sei per Rad und zu Fuß deutlich interessanter als per Auto, betonte der Grünen-Vorsitzende. Er zog noch einmal eine Parallele zu Kopenhagen, wo es gelungen sei, über 40 Prozent der Berufspendler aufs Fahrrad zu bringen. Knuth: „Das Rad in der Stadt ist im Trend.“ Weiter ging es um Barrieren im städtischen Raum, wie die Schilder am Eingang der Kieler-Straße-Süd, sowie um Möglichkeiten der interaktiven Begegnung. Der Wochenmarkt sei dafür ein gutes Beispiel in Eckernförde oder der Fischverkauf am Hafen, sagte der Grüne. Die gleiche Intention verfolgt der dänische Künstler Jeppe Hein, der mit seinen spielerischen Bänken Leute in Kontakt bringt.

Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich die offene Bürger-Werkstatt mit den Themen Plätze, Mobilität und Bahnhofs-Areal. Für öffentliche Plätze in Eckernförde formulierten die rund 20 Teilnehmer den Wunsch nach mehr das Gespräch fördernden Plätzen mit Möglichkeiten zum Sitzen, Schauen und Reden sowie nach windgeschützten Ecken. Zur Mobilität könne man sich mehr Fahrradstraßen vorstellen für ein sichereres und schnelleres Vorankommen auf zwei Rädern. Erörtert wurden auch die Vor- und Nachteile einer autofreien Innenstadt. Zum Bahnhofs-Areal kamen Ideen wie Kino, Supermarkt, Tagungs- und Büroräume auf. Die Teilnehmer regten außerdem eine Verbindungsachse vom Parkplatz Grüner Weg zur Kieler Straße an.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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