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Weniger Phosphor, mehr Qualität

Schutz für den Wittensee Weniger Phosphor, mehr Qualität

Das Hauptproblem des Wittensees heißt Phosphor. In Groß Wittensee stellten jetzt Vertreter des Landesamtes für Landwirtschaft, des Ingenieurbüros Gewässerschutz Nord und der AG Wittensee zusammen Ergebnisse ihrer Bemühungen vor. Ein Rückhaltebecken ist geplant.

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Ökologisch reines Wasser ist für den Wittensee keine Utopie mehr. Landwirte können sich hinsichtlich der Düngerfrage kostenlos beraten lassen, für ein Rückhaltebecken gibt es Fördermittel.

Quelle: Birgit Johann

Groß Wittensee. Demnächst soll ein Rückhaltebecken an der Mühlenbek gebaut werden.

 „Wenn immer solch gute Kooperationen möglich wären, könnten wir Berge versetzen“, kommentierte Andreas Betz, Amtsdirektor Hüttener Berge und Leiter der Arbeitsgemeinschaft den Abend. Als erste Referentin war Elisabeth Wesseler vom LLUR an der Reihe. Alle sechs Jahre werde der See von ihrem Amt siebenmal innerhalb von zwölf Monaten beprobt. Eine solche Probenserie in verschiedenen Wassertiefen stünde ab März 2016 wieder an.

 Zurzeit hat der Wittensee beim LLUR nur die Note 3, „mäßig“. 1700 bis 2200 Kilogramm Phosphor gelangen nach Wesselers Ausführungen jährlich in den See. Dort wird der Stoff zum Hauptschuldigen für massives Algenwachstum, deren Verwesungsprozess dem See Sauerstoff entzieht.

 Während die Phosphor-Einträge aus gemeindlichen Klärwerken inzwischen weitgehend weggefallen sind – nur noch eine Gemeinde lässt ihre Anlage in den Wittensee entwässern – hat sich an der Phosphorquelle „Dünger“ nicht sehr viel geändert.

 Der Dünger ist offenbar in großen Mengen im Boden gebunden, löst sich durch Erosion und wird mit den Vorflutern, etwa über die Mühlenbek an der Habyer Straße, in den See geschwemmt. Als für die Landwirte kostenlose Beratungsstelle kommt hier das Büro GWS Nord ins Spiel. Etliche Landwirte bekundeten gleich Interesse. „Uns liegt ebenfalls vitales Pflanzenwachstum am Herzen“, betonte GWS-Mitarbeiter Jürgen Buchholtz. Nicht immer sei Extensivwirtschaft des Rätsels einzige Lösung. Und kräftige Pflanzen bräuchten zwar Dünger, doch fehle mancher, zum Beispiel dem Starkzehrer Mais, eher mineralische Zusätze wie Kalium statt noch mehr Stickstoff.

 Bezüglich des schon länger geplanten Retentionsbeckens an der Mühlenau hatte Betz gute Nachrichten: Für die 42000 Euro Ingenieurkosten sei ein Förderbescheid über 100 Prozent der Summe aus öffentlichen Töpfen eingegangen. Demnächst könne der Bau ausgeschrieben und angefangen werden. Das Gelände sei inzwischen dem Wasser- und Bodenverband Wittensee/Exbek überschrieben worden.

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